(43.56741°, 78.35187°) (43.35421°, 79.05759°)
Und dann geht es auf großer Straße in die Berge hinein. Immer trockener die Landschaft. An einer gekennzeichneten Quelle füllen wir unser Wasser auf. Auch Autos halten dazu an. Glück für uns, weil wir reich mit Melonenscheiben und Pfirsichen beschenkt werden. Genau der richtige Zeitpunkt, denn anschließend durchziehen wir mühsam eine Schlucht bergauf. Dahinter nochmals eine letzte Gelegenheit für Kühlgetränke oder getrockneten Joghurtbällchen, bevor wir 30 Kilometer eine einzige kerzengerade Straße bis zum Horizont durch Wüstenartiges strampeln, bis wir zum Charyn Canyon abbiegen können. Eine ziemliche Herausforderung.
Schorsch:
Am dritten Tag geht’s auf schnurgerader Straße durch Steppenlandschaft 75 Kilometer und etwa 1000 Höhenmeter zum Charyn Canyon. Jetzt ist es wieder heiß, viel Wasser ist nötig und ich hol mir, flux, gleich wieder einen Sonnenbrand, die Lippen und Nasenschleimhäute leiden und reißen auf. Aua! Da erlebe ich mal drei Tag, was die ganzen zähen Sportskanonen für mehrere Wochen ertragen, wenn sie die ganze Strecke entweder durch Kasachstan oder noch mühseliger, über den Pamir Highway keuchen. Alles ohne jegliche Infrastruktur. Abends im Zelt kauern, auf dem Gaskocher Nudelsüppchen kochen und in der Nacht vor Kälte schlottern. Morgens noch verkrumpelt und steif weiter bergauf, fast sauerstofflos. Der höchste Pass geht über 4655 m. Oft wohl Schotterpisten. Mich würd‘s umbringen.
Unterwegs, es ist schon etwas Verkehr, aber die Straßen sind gut und die Autofahrer rücksichtsvoll, wird man auf Rastplätzen wieder aufgepäppelt. Wir bekommen Melonen und Pfirsiche gereicht. Und einer bleibt stehen und versorgt mit kühlem Cola. So komm ich dann doch am Charyn Canyon Camp an und sitz dort erstmal rum. Muss wohl schon etwas abgeschlafft aus der Wäsche gucken. Eine Dame frägt spontan, ob ich Hilfe brauche.
Hier im Camp am Rande des Canyon ist‘s touristisch. Es gibt, wenn zwar überteuert, Fressbuden und ein Lokal. Und auch ein Bettchen in einem jurtenartigem Zelt mit spaltigem Holzboden und kaputtem Reißverschluss. Undicht und passierbar für alles was kleiner als ein Schneeleoparden ist.
Weit weg von Toilette und Dusche. Dusche ohnehin nur im Bereich des Personal-Areals. Großzügig darf ich für 120 € Übernachtungskosten sogar duschen. Ich schnapp was von giftigen Schlangen und giftigen Spinnen auf. Ich bau mit unbehaglichen Gedanken mein Moskitonetz im löchrigen Jurtenzelt auf und schlafe selig.
























