Die Landschaft ist zwar wirklich schön hier, aber von großer Weite. Phasenweise scheint über zig Kilometer kein Baum zu stehen, nur Felder, Wiesen, umgegrabene Äcker. Nur an Flussläufen stehen große Bäume oder am Fuß von Berghängen. Selten ein paar kleinere Siedlungen oder etwas größere Orte, letztere überraschenderweise mit vielen Wohnblocks, die mit bis zu fünfzehn Stockwerken bestückt sind. Dabei wäre so viel Fläche da, aber so lässt sich wohl am günstigsten bauen. 

Weil sonst keine Fahrkarten mehr zu kriegen waren, geht unser Zug schon um 6:30 Uhr los. Wieder mal früh aufstehen.

Dafür sind wir früh in Ankara und beziehen schon am Vormittag unser Zimmer in der Nähe des Bahnhofs. Um einen Überblick über die Stadt zu gewinnen, radeln wir als erstes zur Burg bzw. Zitadelle hinauf. Eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Es wird klar, das wird in dieser Stadt nicht der letzte Anstieg gewesen sein, denn Ankara erstreckt sich kilometerweit über Hügel. 

Die gesamte Altstadt, die den Hügel unterhalb der Zitadelle überzieht, wird restauriert. Zwar wirkt alles etwas zu neu, ansonsten gäbe es aber nur den Zerfall und die Zerstörung dieses Stadtteils. Besser so.

Die Stadt ist so ungemein vielfältig. Wir gewinnen ja nur Schlaglichter, aber schon die zeigen, das ist eine spannende Stadt.

In der größten Moschee, hier finden 20.000 Gläubige Platz, sind wir praktisch allein. In der Einkaufsstraße, drängen sich die Menschen wie im Schlussverkauf. Und dann sitzen wir abends entspannt in einer Studentenkneipe.