Schorsch
Weiter gehts, mit fast neuem Mut. Wir sind auf etwa 1000 Meter und es ist etwas kühler. Entlang einem historisch wichtigen Tal. Beim „Langen Marsch“ hat Mao seine Truppen zu Fuß und mit all dem Kriegskram über den Pass geschleppt. Was dann eine Eroberung von Xi’an ermöglichte und so den Duchbruch zum Sieg brachte. So wird’s mir erzählt und große Statuengruppen säumen den Weg. Und ich jammere wegen zu viel schweren Jacken und Socken im Gepäck und kuschligen 37 Grad zum Radeln.
Heute ist’s weniger Verkehr. Und sogar garkeiner bei einer Grobschotterabfahrt. Und steil ist’s, schieben muss ich. Aber auch der Superradler. Und zuvor hab‘ ich noch tretend einen Elektro-Mofa-Schieber ordentlich versägt. Und! Der hatte sogar, glaub ich, seine E-Motor zum schieben verwendet. Auch mit viel Gepäck war der Herr unterwegs, hatte eine große Kettensäge geladen.
Die weitere Gegend ist für den Tourismus gedacht. Der Fahrbahnmittelstreifen ist daher bunt dreifarbig markiert und es gibt einen Fahrradweg. Den wir aber nicht benutzen. Ein Rennradfahrer benutzt wahrscheinlich keine Radwege. Was auch hier gut so ist, denn wie überall in China werden Radwege als erweiterte Parkmöglichkeit für KFZ genutzt. Hier sogar auch mal als Zeltplatz. Die Temperaturen lassen mich heute nicht verzweifeln.
Diesmal ist das Hotel in einer Kleinstadt und die Nahrungsversorgung geht über Supermarkt ums Eck. Da gibt’s leckere Butterkringel und Joghurt. Verspeist wird auf einem Bänkchen am Flußufer. Schlenderer und Schlenderin mögen hier auch abendlich gemeinsam Zeit verbringen. Meist ältere Damen gehen quasselnd vorbei. Und gucken etwas verstohlen und tuscheln, wenn sie uns da Mampfende Ausländer sitzen sehen. Viele fremde Touristen kommen hier nicht vorbei. Beim Verlassen des Obstgeschäfts macht die Verkäuferin noch heimlich ein Foto von uns, sehe ich aus dem Augenwinkel.
Die Radl und Taschen sind arg schmutzig und sollen mit auf’s Zimmer. Ab in den Aufzug und über den Tepich gerollt. Sauber ist das nicht! Daher mag ich mein Radl und die Taschen abduschen. Platz ist in dem Bad/Dusch/Toilettenraum genug. Bloß der Duschabfluss ist der höchste Punkt auf dem gefliesten Boden. Da muss ich lange nachwischen!
Und zum Leistungsvergleich. Ähnliche Strecke, ähnliche Höhenmeter und ähnliche
Zeit zum Vortag: Der Kilokalorienverbrauch liegt etwas überhöhter als üblich, aber nicht viel, bei 3700. Die Hitze ist’s die mich in die Knie zwingt.













