(4.60177°, 101.07893°)(4.47157°, 101.38067°)

Petra: 

Heute kurbeln wir uns bequem mit dem Mietauto die Berge hinauf. Der Anstieg zieht sich steil durch dichten Wald. Oben im Hochland ist es erst mal wenig schön. Bergflanken und Täler voller Plastikgewächshäuser, verbaut, mit einer engen Straße auf der sich viele fette PickUps drängen, mit mächtig Verkehr und Stau. In eine kleine Bergstraße abgebogen, ändert sich die Szenerie. Teeplantagen ziehen sich über steile Hügel und Hänge. Wunderhübsch. Auf der schmalen Betonpiste habe ich mitunter Sorge, ob ich überhaupt hoch komme. Jetzt wird auch klar, weshalb uns der Autovermieter extra ein quasi neuwertiges Auto – mit eben neuen Bremsbelägen – organisiert hatte, nachdem wir ihm sagten, wohin wir fahren wollen. Netter Zug! Die Idee hier schnell noch am Nachmittag zu wandern, scheitert. Der steile, ausgetretene Erdweg ist nicht nur rutschig, sondern zudem eingewachsen. Regen ist nicht auszuschließen. Auch so legt sich Schorsch beim Rückzug auf den Hintern. Mal sehen, was der morgige Tag so bringt.

Unsere Erkenntnis am Folgetag: Dschungel von außen gefällt uns besser als mittendrin. Schorsch ist bei herabsinkenden Blättern oder abstürzenden Ästen dem Herzinfarkt nahe. Zu warm noch die Erinnerung an den 20 cm langen Skorpion und die etlichen überfahrenen Schlangen. Eine kreuzte beim Radeln ja auch mal lebendig und züngelnd meinen Weg, knapp neben dem Wadl. Das schockt. Deshalb bleiben wir auf breit angelegten Wegen, statt uns enge ungewisse Pfade hochzukämpfen, zumal auch die Informationslage dazu eher spärlich ist. Später fahren wir zu einem Plantagenarbeiterdorf und die Fahrt auf der steilen engen Straße sorgt abermals für entsprechenden Adrenalinausstoß. Die zahlreichen Touristen besuchen hier nur die besser zugänglichen Plätze und Teeplantagen. Es wäre hübsch zum Zeichnen, aber der Hocker wackelt, das Skizzenbuch rutscht ab und nette freundliche Kinder umringen mich und möchten meine bisherigen Bilder sehen. Auch gut.

Schorsch:

Drei Tage Zeit für die Cameron Highlands. Hoch hinaus geht’s mit dem Mietauto zusammen mit vielen Anderen. Wochenende, Urlaubsort. Freitag is, voll ist’s. In Komoot sind ein paar Wanderungen aufgepoppt. Unter der Bezeichnung „schwierig“ gehen die Meisten davon direkt ins Gebüsch. Eine Schlammrinne im Dschungel führt steil aufwärts. Ich ertrag’s nur ein paar Meter. Muss an die Schlangen am Wegesrand, den rießigen Skorpion im Park Letztens, an die seltsame fast unsichtbare Stabameise und an die tote Tarantel im zu engen Einmachglas denken. Was wird wohl sonst noch alles hier im Lianengestrüpp Herzinfarktgefährdentes auf mich lauern. Mag schnell Umdrehen. 

Tags drauf lockt eine moderate Wanderung durch den Urwald. Der Weg zunächst gepflastert und am Fluss entlang ist ok. Ich kann ohne großartig auf Schritt und Tritt zu achten in die Bäume schauen. Der ausgesuchte, als moderat bezeichnete weitere Weg geht zwar nicht eine Schlammrinne hoch, ist aber trotzdem eng und zugewachsen und steil. Da kann ich auch nur konzentriert vorsichtig Hochschnaufen und seh’ nix vom Urwald. Mag umkehren und zurück zum gepflasterten „Dschungelpfad“ für Touris. Kurz vorm Hotel beginnt dann der Regen. Wäre recht schlüpfrig und schlitterig geworden. 

Nachmittags, nach Regenzeit, dann noch mit dem Auto ins Teeplantagen-Areal. Auch nicht ganz optimal für unser kleines Autolein. Schafft gerade noch die steilen Anstiege. Und eng und kurvig ist’s. Spannende und pulssteigernde Straße. Eventuell nicht für uns gedacht, sondern nur für Dorfbewohner und Wanderer. Petra malt und ich lass die Drohne flitzen. Beide werden wir von zahlreichen Kindern fröhlich belagert. 

Zurück auf Touristraßen gibt’s dann noch leckeren Tee auf der Aussichtsterrasse mit kultureller Vielfalt der Malayen, aber außer uns sonst Langnasenlos. Eventuell Zufall, im Hauptort, der mich etwas an Cortina d’Ampezzo  erinnert, sind schon auch internationale Gesichtszüge zu sehen. Tja, und in 1300 Meter Höhe ist’s fröstelige 25 Grad kalt. 

Die Strecke durch die Cameron Highlands ist wohl auch eine sehr beliebte kurvige Motorradstrecke. Man sieht schon mal auch einige große GS BMWs. Aber auch voluminöse Ducatis oder Hondas. Ob hier viel Fahrspaß aufkommt? Viel Verkehr und feuchte Straßen. Da scheint’s, sitzen die Biker auch lange bei Kaffee, Tee und Kuchen und plaudern fröhlich.

Abends mal wieder in einer Pizzeria. Mit dem Auto können wir ja flux mal die Strecke, zur in der Gegend best bewerteten Pizzabude zurücklegen. Die Pizza war schon o.k., aber keine Reise wert. Inder, bleib’ bei deinem Chicken Masala.