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Mit einer etwas überstürzten Hau-Ruck-Aktion landen wir per Taxi vorschnell in Yogyakarta. Die Verkehrssituation in Java ist für Radfahrer elend. Wir wollen deshalb größere Sprünge per Zug zurücklegen und in schönen Regionen Tagesausflüge machen. Mit dem Zug wollten sie uns aber nicht mitfahren lassen und aufgrund eines Missverständnisses zwischen Schorsch und mir geht es nicht zum Bahnhof für Fernbusse, sondern ins nächste Taxi. Es ist festzuhalten, dass Schorsch immer schlechter hört, ich dafür immer schlimmer nuschle und Informationen zu langsam in mein Hirn sacken bzw. deren Verarbeitung zu lange dauert. Na ja, alte Menschen unterwegs. Hier im Grunde nicht weiter schlimm, nur verpassen wir so einen wohl recht interessanten Landstrich auf dem Wege liegend.
Yogyakarta ist lässig. Ja, auch wieder viel Verkehr, aber es gibt ein Labyrinth an netten Gassen und alten Vierteln, durchsetzt mit Palast, Wasserschloss, Flaniermeile und viel Grün, die sich gut zu Fuß erkunden lassen. Gemütliche Cafés, bunte Standl, niedrige Bebauung mit abwechslungsreicher sympatischer Architektur – irgendwie liebenswert. Und erst die Menschen! Ganz große Klasse. Dabei fällt mir auf, dass Gruppen, Freunde und Paare unglaublich farblich aufeinander abgestimmt gekleidet sind, wenn sie nicht sowieso das Gleiche tragen. Und tatsächlich – ich frage extra nach – stimmen sich Freundinnen und Freunde im Vorfeld ab, was sie anziehen. Das sieht dann auf Fotos besser aus und verbindet alle miteinander. Und das ist dann auch altersunabhängig. Macht man hier so.
Schorsch:
Weiter soll’s mit der Bahn gehen. Die hat aber keinen Platz für unsere Räder. Auch nicht im geklappten Zustand. Der Fernbus soll angefragt werden. 5 Km weiter durch die Stadt. Aber Starkregen gerade. Eventuell war das auch mit ausschlaggebend, dass wir uns von einem Taxidriver aufgabeln haben lassen. Für 3 Millionen (Schon um eine 1 Million weggefeilscht) die 600 km nach Yogyakarta. Das sind 63 BigMac im indonesischen MC Donalds.
Also wiedermal der Alteleute- und bequeme Weg. Räder zusammengeklappt und schon geht’s los.
Aber Erkenntniss des Tages. Wir jagen hier einen Fahrer 600 km durchs Land. Das ist zu viel! Sicher wird er müde und unaufmerksam werden. Hatten wir schon mal in Myanmar. Ich auf der Ladefläche mitsamt Rädern auf dem Pickup, Petra beim Fahrer. Der musste nach 300 km ständig wachgehalten werden weil er schon teilweise wegnickte.
Er hier hält aber brav durch. Schlürft mal wo Kaffee und weiter gehts. Die Autobahn ist tatsächlich mit denen in Deutschland zu vergleichen. Vorbei an dichter Bebauung, Reisfeldern, kleinen Dörfern und einem Vulkan der nur in der Ferne schemenhaft zu erahnen ist und wohl der weltweit gefährlichste und aktivste, Wolken, Regenwetter, auch Starkregen, mal.
Dann noch 3 Stunden durch Dunkelheit, oftmals Regen und Stau. Und auch noch zur Verunsicherung gibt es keine Sicherheitsgurte. Fahrer und wir dann doch ganz glücklich, dass wir heil angekommen sind.
Dennoch! Die Aktion hat unsere Gefahr an Dengue Fieber zu erkranken im Verhältnis herabgesetzt. An erster Stelle, sagt die KI, steht für uns die Gefahr eines Verkehrsunfalls, an dritter, an Dengue zu erkranken. Steigern wir die Gefahr eines Verkehrsunfalls, sinkt im Verhältnis die Dengue Gefahr. Und! Von unserer Impfung gegen Dengue weiß die KI garnichts, oder hat’s vergessen. Schon gleich fühlen wir uns etwas sicherer. Zweithöchste Gefahr besteht übrigens darin, dass wir Dehydrieren. Schreibt sie uns, und ich glaub‘s nicht.
Schicke Bude, sogar mit Pool. In Yogyakarta sind wir Volltouris. Die Räder bleiben stehen und es befördern GRAP Taxis von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten. Oder auch einige Kilometer latschen. Schöne Stadt. Und weil Sonntag ist, ist’s auch ganzschön voll auf der Flaniermeile. Da hockt sich‘s gut zum Gucken, Eis schlecken und auch Smoothies schlürfen. Und auch recht gesellig ist’s. Zahlreiche Mädchengruppen streifen mit Lehrern umher und wollen mit Interviews ihr Englisch aufmöbeln. Schüchterne Mädels. Ganz nett! Aber nach drei Gruppen ist’s dann doch genug. Aus Mangel an weiteren Touris sind wir doch recht im Fokus.
Fast einen Tag vertrödeln wir mit der Autovermietung. Hin zur Vermietung und wieder weg. Das Wunschauto kann nur über die Tripcom Plattform gebucht werden. Das Vorrätige ist zu klein. Räder sollen mit. Ein größeres schnell über Tripcom gebucht. Der Hinweis, dass erst eine Verfügbarkeitsprüfung erfolgen muss, wird übersehen. Und tatsächlich gibt’s keins. Dann also doch das Kleine. Der Lange und mühselige Registrierungsprozess beim Autovermieter wird von der Verwaltungs- und Formularexpertin wiedermal gemeistert. Zusammen mit zahlreichen Massenges hinundher mit der netten Dame in der Vermietungsbude. Erst zur späten Abendstunde, nach meinem Poolbesuch, scheitert‘s dann doch. Die Personenhaftplichtsversicherung bei Schaden Dritter ist auf etwa 2000 € begrenzt. Da lässt sich auch Nichts dran rütteln. Und weil wir nicht in Teufels Küche wollen, sagen wir ab. Kein Mietauto in Indonesien.
























































