Petra:
Von unserer coolen location an der Meerespromenade können wir uns geruhsam Zeit lassen um zum Busbahnhof zu radeln – angenehm auf einem Radlweg mitten durch die Stadt. Ungefähr mittags geht der Bus nach Itylo.
Die Stadt wurde 1989 von einem Erdbeben heimgesucht, deshalb ist sie eher modern. Aber wir besuchen zwei schöne Kirchen, eine klein und alt, die andere wohl aus dem 19. Jahrhundert, dafür innen wunderschön bemalt und gönnen uns noch einen Milkshake/Yoghurt in einem kaphenion mit Blick auf einige Überreste der Altstadt.
Am Busbahnhof ist wie immer alles unübersichtlich, weil ausschließlich auf Griechisch. Die Griechen sind aber überaus freundlich, hilfsbereit und relaxed, so dass wir am Ende wohlverpackt im richtigen Bus landen. Und auf der Fahrt sind wir heilfroh, die steilen Bergauf- und ab-Serpentinen nicht per Velo treten zu müssen. Wäre schlichtweg nicht machbar für uns.
In Itylo angekommen, entscheiden wir uns auch gleich hier zu bleiben. Es liegt bereits auf 200 m Höhe, was die morgige „Fingerquerung“ erleichtert. Nachteil: der Ort wirkt wie ausgestorben. Nach Bezug unseres Quartiers, bleibt also nichts anderes zu tun als Malen, Wäsche waschen und später in einer Bar die einzige Möglichkeit an Essbares zu kommen, wahrzunehmen.
Schorschis Senf
Bad is frei!
Noch 2 Tage bis zur Fähre nach Kreta. Und noch über 100 km und irgendwas um die 2000 Höhenmeter. Die Berge hier stehen nicht, die liegen und flacken den kompletten Finger entlang. Mann kommt nirgends ohne Schweißperlen auf die andere Seite des mittleren Fingers der Peloponnes rüber nach Gythio. Da soll die Fähre ablegen. Es bringt uns also der Bus von Kalamata nach Itylo. Klar! Auch ohne Zeitnot ist die Lust auf mehrmaliges Bergauf-Bergab so garnicht vorhanden. Und auch die Kondition. Die Räder sind schnell zerlegt und eingetütet und wir werden also durchs Gebirge geschaukel. Aufpreis 10€ für Übergepäck, Fahrpreis für uns 16,20€. Erstmalig haben wir Einblick in die Berglandschaft von Peloponnes. Wär was fürs Motorrad! Übrigens! Auch hier, und weil wir des öfteren auf die Küste weite Blicke genießen können, sind keine störenden Hotellanlagen in die Landschaft betoniert.
Itylo liegt gleich schon auf 200m, so dass es morgen nur noch weitere 200 Meter hochgeht. Wie viele Höhenmeter sich dann doch durch mehrmaliges Rauf und Runter zusammenschaukeln werden wir ja dann sehen. In Itylo sind wie dann nicht nur die einzigen Gäste im Korana Boutique Hotel, sonder so scheint es zunächst, auch die einzigen Menschen im kleinen sehr alt wirkenden Gebirgsdörfchen. Es eilt dann doch die Besitzern an und verrät uns auch noch, dass im Ort eine leckere Traverne mit lokalen Leckerrein so um 18:00 öffnet. Passt! Zeit zu duschen und zu waschen. Meist wird jeden Tag gleich neben dem Duschen auch gleich etwas Wäsche gewaschen. Normalerweise lass ich die Dame zuerst duschen, weil ich ein Netter bin. Das läuft dann so, Dame duscht und wäscht und sucht sich dann meist die sehr raren Trockenplätze des Zimmer aus. Meist werden dann auch sämtliche Kleiderbügel in Beschlag genommen. Optimal ist ein sonniger, leicht windiger Platz auf der Terrasse oder Balkon. Gibt’s keine sonnige Terrasse, ist gleich das schmuckhafteste und stilvollste geteilte Zimmer eine ungemütliche Trockenkammer. Überall hängt was. Oft sind’s Unterhosen. In Bezug auf Waschen ist für eine Radlreise mein hellgraues Hend völlig ungeeignet. Stehe ich damit neben einer Autowerkstatt schieben mir die Leute ihr kaputtes Auto zum Richten hin.
Bis dann Dame und Wäsche sauber sind, bin ich dann schon ein wenig weggedöst. Ein fröhliches „Bad ist frei!“ weckt mich dann. Heute hab ich zuerst geduscht. Und den optimalen Trockenplatz ergattert. Und weil ich ein Netter bin, lass ich auch noch Kleiderbügel übrig.
(Petra: Immerhin habe ich aber die Wäscheleine im Gepäck!)
Itylo (griechisch: Οίτυλο, manchmal auch Oitylo geschrieben) ist ein kleiner, historisch bedeutsamer Ort in der Region Mani auf der südlichen Peloponnes, Griechenland. :Itylo gehört zu den ältesten bewohnten Orten der Region. In der griechischen Mythologie war es angeblich von Itylos, dem Sohn der Aëdon, gegründet – daher der Name. Schon in der Antike war es ein eigenständige Polis und Teil des mächtigen, kriegerischen Mani-Gebiets. Das erklärt die traditionelle, wehrhafte Architektur: massive Steinhäuser, kleine Fenster.
Ein Teil des Ortes besteht aus Ruinen. Viele Häuser wirken frisch, aber im alten Stil renoviert und neu.
























