(-8.26882°, 124.40243°)
Gerade sitzen wir auf der kleinen Insel Kepa bei Alor und an Land gegenüber „singen“ zwei Muezzine von zwei verschiedenen Moscheen den arabischen Gebetsruf. Per Lautsprecher werden die kunstvollen Sprechgesänge in die ganze Landschaft verteilt. Das dauert ca 15 Minuten und um 4 Uhr morgens wird so der Tag „eingeläutet“, und noch fünf weitere Male am Tag wiederholt. Manchmal schläft man wieder ein, döst mit Traumfetzen vor sich hin und manchmal ist die Nacht dann gelaufen. Das ist Indonesien.
Aber diese Ecke hier gehört zu den schönsten Tauch- und Schnorchelspots der Welt. Und wirklich, die Unterwasserwelt macht in ihrer unbeschreiblichen Vielfalt süchtig. Du tauchst 2-4 Meter ab und blickst seitlich in die von Sonnenlicht bestrahlten amorphen Formen und Silhouetten der Korallen, in Fischschwärme oder Einzelfische, die sich vor tiefem Blau abheben. Ganz nah sind die Farben warm und kräftig, während sie im Hintergrund in Wasserblau vergehen. Leider verfliegt jedes Bild sofort mit dem nächsten Wunderaugenblick.
Die Unterkünfte auf der Insel ähneln eher Camps mit einfachen Hütten, es wird gemeinsam mit allen an einem Tisch gegessen. Liebenswert aber z i e m l i c h basic (duschen mit Schöpfkelle mit wenig Süßwasser in der Gemeinschaftsklohütte, Klebreiskuchen und Kaffe zum Frühstück. Mittag- und Abendessen sind aber frisch gekocht und lecker). Hier finden sich eher nur Tauchfreaks oder Langzeitreisende ein. Die Tauchbasen werden in der Regel von „Westlern“ gegründet und geführt, sind dabei aber wichtige Arbeitgeber für die Leute hier.
Schorsch:
Alles ist ein wenig zäh hier. Wir fragen bei zwei Resorts auf der vorgelagerten Insel Kepa an. Bei einer Engländerin mit Katzen leihen wir uns diesmal ordentlichen Schnorchelkram aus. Die ist vor Jahren auch hierher geradelt, aber dann hier kleben geblieben und betreibt eine Tauchschule. Und, stellt sich dann heraus, sie hat auch ein 4-Hütten-Resort und gibt uns eine Empfehlung für Schnorchelausflüge. So fügt sich ein kompliziertes Geflecht aus Terminen und Übernachtungshütten zusammen. Vormittags Schnorchelkram holen, mit dem Schiffchen zur Insel und dort die erste Hütte beziehen, Nachmittag zu zwei Schnorchelspots. Am nächsten Tag drei Schnorchelspots nur für uns zwei, mit einem riesigen Boot und fünf Leuten an Personal. Einer davon ist erfahrener Schnorchelguide und passt auf, dass wir nicht abstrudeln. Abends dann Umzug auf der Insel zum nächsten Resort. Dort gab’s leider nur eine einfache Hütte für uns. Sanitärbereich außerhalb und Dusche nur mit Schöpfkelle.
Na ja! Mittag und Abends wird’s dann gesellig. Allesamt um einen langen Tisch, lecker Futter genießen und Plaudern, mal wieder. Gemischte Klientel. Langzeitreisende, Kurzurlauber die mit viel Kamerakram nur zum Tauchen da sind und auch Einige, die in ihrem Urlaub einen Indonesien-Schnelldurchlauf machen. Und auch so manche/er, die sich jedes Jahr gerne mit der Schöpfkelle duschen und die Unterwasserwelt bestaunen. Sogar drei wirklich junge Buben aus München sind auf eigene Faust, in die jetzt doch schon abgelegene Gegend geraten (vier Tage später gibt es ein schweres Erdbeben mit 7,7 auf der Insel Flores. Genau dann und da, wo sie gerade hocken. Hoffentlich ist Ihnen nichts passiert. Die Wartehalle am Hafen von Maumere, unter der wir noch ein paar Tage zuvor noch weilten, ist wohl eingestürzt). Ein Tag faulenzen und am Zweiten wieder ins Wasser. Und schon ganz schön hübsch hier, so unter Wasser. Und auch die Schnorchelplätze sind angenehm abwechslungsreich. Mal üppige Korallengärten mit zahlreichen Fischelchen. Dann auch mal abfallende Steilwände mit so Allerlei zum Gucken. Am letzten Tag sind auch viele Taucher mit dabei. Und schongleich is es wieder hektisch. Da zwängt man sich in enge Neoprenanzüge und hat mords Gewese bis die Tauchflaschen, Tauchcomputer und der ganze Krimskrams alles wieder am richtigen Platz und einsatzfähig ist. Und später dann, sieht man sie 15 Meter unter einem, im trüben Dunklen nach farblosen Fischen gucken. Je tiefer es wird, desto farbloser. Alles mit aufsteigenden Luftblasen vollsprullern. Einige sieht man dann intensiv mit ihrem Tauchcomputer hantieren und draufgucken. Das Auftauchen muss geregelten Zeitabläufen folgen, sonst wird man tauchkrank und hat’s dann übel.


































