(-8.26882°,124.40243°)(-8.27803°,124.40586°)(-10.16249°,123.60131°)(-6.12300°,106.66178°)(1.30080°,103.85394°)

Weiter nach Osten in die Südsee und auf abgelegenere Inseln, das geben wir uns nicht mehr. Auf Kepa hatten mich – das wurde mir erst später klar, Bettwanzen böse malträtiert. Cirka 50 Bisse, die auch noch fünfzehn Tage später ganz ganz übel jucken, mich Nachts schon Stunden wachhielten. Eine Schweizerin hatte ebenfalls einen solchen „Ausschlag“, und vor Ort hieß es, der käme vom Meerwasser mit den winzigkleinen Quallen. Nette Beruhigung! Grrr!

Zurück auf Alor hatten wir deshalb gleich schon mal den Waschsalon bemüht, in Kupang dann nochmal. Zusätzlich wurden die Fahrradtaschen, der Schlafsack, die Daunenjacke und das Moskitozelt gewaschen, weitere Verpackungsbeutel abgesucht, meine liebgewonnenen Hausschlappen – noch aus einem Hotel aus China – vorsichtshalber im Müll entsorgt. Ich hoffe nur, dass wir uns der Plage entledigt haben, da aber noch so viele Stellen wie verrückt jucken, ist das schwer zu sagen! Schorsch hatte übrigens nur drei Bisse. Das ist wie bei den Moskitos: nur mich lieben sie. Grrr!!

Letzte Tage also in Indonesien. Wir verbringen nochmal eine Nacht auf der Pelnifähre, von Alor nach Timor, und zwei Tage in Kupang. Reisevorbereitungen werden getroffen. Das Hotel liegt strategisch günstig neben einer Einkaufsmall, in der wir uns mit Verpackungsmaterial für unsere Fahrräder versorgen. Auch das Rausfiltern der Flüge, die zu zivilen Kosten unser Massengepäck mitnehmen, dauert.

Beim Frühstück sehe ich breaking news über das Erdbeben auf Flores. Die Wartehalle im Hafen von Maumere wird gezeigt. Sie ist eingestürzt. Zwei Wochen vorher saßen wir selbst genau dort und ließen eine Pelni-Werbeveranstaltung über uns ergehen. Neben Toten und Verletzten gibt es sowohl Einschränkungen im Flugverkehr, aber auch auf Komodo, dem Kelimutu und etlichen Bergstraßen. Ein Stück der Trans-Flores Küstenstraße zwischen Bajawa und Ende wird komplett verschüttet.

Vom Nationalfeiertag bekommen wir an unserem Abflugtag nicht übermäßig viel mit. Dabei haben die Indonesier schon seit Tagen Musik und Märsche geübt, Flaggen und Stoffbanner gespannt. Abgesehen davon, dass im Flughafen in Jakarta – unser Zwischenhalt – alle zur Nationalhymne aufspringen und mitsingen gibt es auch noch eine gebackene Flagge im Flieger für uns. 2500 km, die wir über Land und See in dreieinhalb Monaten querten, rutschen in 5 Stunden unter uns hindurch. Wie mühelos, wie leicht, wie beiläufig und wie nichtssagend.

Unser Weg nach Westen führt über Singapur, weil dort Fahrradersatzteile bei Green Basikal auf uns warten (ein supernetter Typ dort, der selbst auch schon von Europa nach Singapur geradelt 

Schorsch.

Auf der Pelni-Fähre Übernacht zur letzten Etappe vor unserem Umkehrpunkt. Wir hocken wieder auf der niedrigsten Platz-Kategorie rum. Aber, es ist dasselbe Schiff wie auf der Hinfahrt. Das selbe Personal und die selben Gauner, die uns unter der Hand eine Kabine verscherbeln. Puh! Gut so! Jetzt is auch gut mit Indonesien. Ist ja schon nett, wie sich Jeder und Jede und jedes Kind freut, dass ich hier bin und alle, alle, alle, alle mich mit „Hello Mister“ begrüßen. Aber auch etwas anstrengend. Freu mich auf eine niedrigere Geräuschkulisse und weniger Raucher. 

Im ursprünglichen Reiseplan war auch von Südsee die Rede. Ich glaube die Abgeschiedenheit auf kleinen Inselchen, Bambushüttchen und das viele Wasser hatten wir jetzt aber schon. Womöglich würd‘s mir fade werden. Wir wenden hier und nehmen unsere ursprünglich angedachte Route in Almaty wieder auf. Mit Zwischenstopp in Singapur. Die ganzen hübschen Städte und Orte in Kirgisistan und Usbekistan locken uns erneut. Letztes Jahr war’s zu heiß. Jetzt soll der nahende Herbst helfen.

Indonesien:

In Indonesien sind nun über 3 Monate vergangen.

812 km mit den Radeln, 2400 km mit Bus und Taxi, 2295 km mit Schiffen und 1804 km mit dem Motorrad. Das sind 7312 km auf Land- oder Schiffswegen. 

Kreuz und quer sind wir durch viele abwechslungsreiche Orte, Landschaften und Unterwasserwelten getingelt. Über drei Monate lang. Wenig davon mit dem Fahrrad. Das Land besteht praktisch nur aus Inseln mit Vulkankegeln. Extragut für hübsche Motorradtouren. Je weiter östlich, desto weniger Infrastruktur und weniger Touristen. Weniger Touristen macht das Reisen mühseliger aber auch spannender. Und auch weniger Vielfalt in der Auswahl von hübschen Unterkünften und lecker was zu essen. Erträglich, das schon, aber mag’s nicht toujours so haben.

Die langen Wasserwege auf Fähren sind klar am unteren Ende meiner Wohlfühlskala. Würde da gerne ein Fastforward-Taste drücken. Auch in manchen Sammeltaxis. Die Taxis sind immer voller als zunächst gedacht. So nach und nach wird unterwegs beladen. Jede noch freie Luftblase muss mit Gepäck oder Mensch aufgefüllt werden. Und ständig bin ich besorgt über die lieblos, mit einem dünnen Schnürchen am Dach befestigten Radel. Außergewöhnlich toll sind die besuchten Schnorchelplätze. Alles so schön bunt hier! Korallen und Planzen sind farbenfroh strahlend und unglaublich sagenhaft vielformig. Toll! Stundenlang macht es Spaß umherzudümpeln und zu Staunen. Genauso die Millionen von bunten Fische, die um mich schwirren und mit mir Verstecken spielen, wenn ich die Kamera in die Nähe bringe. Die intakte Unterwasserwelten sind eigentlich das Juchzigste an Indonesien. Schildkröten und Dugons und Walhai und giftige Schlangen und  Mantas und Delfine und Babyhaie und Rochen – all das schwimmt vorbei und mag in die Linse blicken.

Und aber auch die sehr netten und fröhlichen Menschen sind in mein Herz vorgedrungen. Und, je weiter östlich man kommt umso dunkelhäutiger werden die Menschen. 

Jeder begrüßt uns fröhlich und schüttet seinen gesamten Wortschatz an Englisch innerhalb 5 Sekunden über uns aus. Manchmal nervig, aber wenn dann wieder fröhlich spielende und recht laut lachende Kinder ins Blickfeld kommen, dann ist’s wieder gut. In den weiter östlich abgelegenen Inseln und Bergregionen haben es die Menschen wohl nicht so einfach über die Runden zu kommen. Was ätzend ist, ist der von Jedem und Jeder ganz und gar unbedarft und gedankenlos weggeworfene Plastikmüll. Manche Regionen und Küstenstreifen sind dadurch total verschandelt. Was soll denn daraus nur werden? Die Regierung, meint so manch Einer, hat kein Interesse daran was zu verändern. Schade! Is schon schlimm! Und auffällig zahlreiche Jugendliche hängen, scheinbar ohne Arbeit überall rum. Und natürlich rauchend. Werden wohl keine Arbeit in den abgelegenen Regionen finden. Viele müssen wohl ins Ausland um die Familie ernähren zu können. 

In den etwas besseren Restaurants und Hotels, da wo die Mädels oft Uniform tragen, ist wohl die Aufmerksamskeitspriorität verschoben. Es wird viel was am Handy getattel. Und dann, oft, ganz oft, wird mindestens ein Teil der Bestellung vergessen. Und oft sind am Frühstücksbuffet viele leckere Sachen schon leergefegt und der Kaffe is leer und keine bemerkt es. Nur bei den Mädels ist’s so. Jungs sind in dem Bereich nicht tätig. Der Job lässt sich mit Kettenrauchen wohl nicht vereinbaren. 

Und in den einfacheren Restaurants und Fressbuden und Unterkünften ist das Personals stehst auf Zack. Nur, so richtig sauber ist’s da meist nicht. 

Den ganze Weg zurück nach Singapur huschen mit dem Flieger in wenigen Stunden und 2926 km. Nichts begeistert und keine Einnerungspunkte werden im Hirn eingelagert.