Wir sind noch komplett mit der Uhrzeit verdreht. Seit der Grenze 2 km weiter, ist hier Pekinguhrzeit mit 3 Stunden Unterschied. Das Frühstück haben wir fast verpasst und konnten sozusagen nur noch die Reste zusammenlöffeln.
Danach haben wir versucht uns hier in China zu organisieren, nachdem die Dame an der Rezeption gestern große Augen bekam, beim Anblick der VisaCard. Dabei sind wir hier im Holiday Inn.
Schorsch navigierte zu einem ATM und die Bargeldabhebung klappte schon mal mühelos.
Nächste Station: der Bahnhof. Wir finden nur verschlossene Türen vor, nur morgens und abends ist er geöffnet.
In Läden oder Restaurants mit Visacard zu zahlen, geht gar nicht. Beim Zücken von Bargeld musste der junge Ober die Chefin rufen, die ihm zeigte – ja, es gibt hier eine Schublade mit Bar- und Wechselgeld. Ich musste wirklich lachen. Wenn uns das bloß nicht mal zum Verhängnis wird.
Eine chinesische SIM Card wird gesucht. Der Einsatz der Mitarbeiter in zwei Minitelefonläden ist eher mäßig. Im dritten Geschäft wird mithilfe von Übersetzungsprogrammen herausgefunden, diese gibt es leider nur für Reisende mit Visum. Dann bleibt es bei der teureren eSIM, die wir jetzt schon haben.
Zurück im Hotel wird das Zugticket online gebucht. Nicht ganz so einfach, weil jede Stadt 3-4 unterschiedliche Schreibweisen hat. Manche Städte heißen identisch, liegen aber in unterschiedlichen Provinzen. Es gibt keine wirkliche Nachschlagemöglichkeit und ich hoffe nur, dass mir kein Fehler untrrläuft. Für morgen gibt es keine Plätze mehr und übermorgen nur noch Hardseat über Nacht. Der Tag ist eine einzige große Puzzleaufgabe. Zehrt auch etwas an den Nerven und wir müssen achtsam sein, dass wir locker bleiben. Dass wir nur 30 Tage in China bleiben können, macht das Ganze ziemlich tricky. In welches Land reisen wir danach und von wo aus aus?
Schorschi:
Wir verschlafen elendiglich. Haben nicht mitbekommen das die Uhr um 3 Stunden vorgestellt wurde und bekommen nur noch Reste, an der für mich ohnehin schwierigen, chinesischen Frühstückbuffetauswahl.
Das Wichtigste zuerst. Geld abheben. Das Hotelpersonal war gestern schon sichtlich überrascht, dass wir nicht mit HandyPay bezahlen. Der Kreditkartenscanner lag verstaubt unterm Tresen und wird wohl selten benutzt. Die Damen am Tresen waren erstaunt, dass das Gerät funktioniert. Zunächst aber verbringen wir noch ein paar Stunden damit, uns datentechnisch zu orientieren. Klappt VPN? Geht Mail und WhatsApp? Und so.
Wollte mir eigentlich eine chinesische SIM-Karte zulegen. Ein Monat 50GB für etwa 6€. Geht aber ohne Visum nicht. Jetzt zahle ich für einen Monat China E-SIM 64 € für unbegrenzte Datenmenge. 30 GB hätten 38 € gekostet.
Tausende an Restaurants locken mit für mich undefinierbarem Essen. Dicke Nudeln mit fast leckerer Soße und Fleichteilen. Die Fleischteile sind mir ungewiss und das meiste wegsortiert. Werde versuchen mich fleischlos durchzuschlagen.
Khorgas ist eine Grenzstadt und eigentlich unattraktiv. Umschlagplatz für Güter, die auf der Seidenstraße per Bahn und LKW transportiert werden. Die Bahngleisbreite zwischen China und Kasachstans sind unterschiedlich. So muss Alles umgeladen werden. Viele scheinbar großteils leerstehende oder noch im Bau befindliche Hochhäuser in der Vorstadt gegenüber des Hotels. Der Baustil der Trabantenstadt ist etwas verspielter wie bei uns. Das Areal zwischen den etwa 10 vierundzwanzigstöckigen Häusern ist eingezäunt und weitläufig. Es ist reichlich Platz für Kinder zum Spielen und Bänke für die Alten gibt’s auch reichlich.






