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Schorsch Schnorcheltag:
Zusammen mit einigen Tauchern geht’s raus zu einer kleinen Inselgruppe. Die Meisten sind wohl gerade auch Tauchschüler. Wir hobbsen mit Brille, Schnorchel und Flossen ins superklare Wasser mit vielen Fischen. Und haben sogar einen Guide, der uns sicherheitshalber mit einem Rettungsring ausgerüstet, begleitet. Alte Leute unterwegs! Besser ich hätte aber einen Equipmentberater zu Seite. Den Adapter vom Insta-Tauchgehäuse zum 5 Meter langen Selfiestick, hab ich vor Wochen entsorgt. Hab wohl den Überblick über meinen ganzen Kram verlohren. Mist!
Das Schnorcheln an zwei unterschiedlichen Plätzen war dennoch super! Obwohl ich wohl einen Haifisch übersehen hab. Die Wahl des Ausflugsanbieters wahr ganz gut. Nach uns, als wir schon fertig waren, kommen weitere 3 Schiffe mit zahlreichen Schnorchlern an. Alle mit Rettungswesten ausgerüstet, dümpeln sie, ohne Flossen, umher. Einige suchen den schmalen Strand auf und anstatt die bunten und fischreiche Unterwasserwelt meditativ zu bewundern werden Selfies und Gruppenfotos am Stand geknipst.
Bei uns auf dem Tauchboot herrscht das übliche Gedränge vor Tauchgängen – hektisches An- und Aufstreifen der engen Taucheranzüge und schweren Sauerstoffflaschen. Auch unter Wasser dann, geht die meiste Zeit drauf im Dreierringelreih um die Dekompression des Aufstiegs zu organisieren. Mag’s für mich garnichtmehr haben. Fühl mich beim Tauchen eh nicht ganz so wohl in meiner Haut und dem engen Anzug.
Petra:
Zeit zum Schreiben während die Wäsche in der Waschmaschine schwurbelt. Notwendig, neben der normalen Wäsche auch weil wir heute auf einem Taucherschiff zum Schnorcheln mitfuhren und ich in voller Montur, also langes Shirt und lange Hose samt Socken Stunden im Salzwasser weichte. Der Anbieter war gut gewählt, weil wir mit etwa 14 Tauchern sehr früh aufbrachen und mit einem Speedboat die ersten Besucher Ko Haas waren. Der beste Spot in der ganzen Umgebung (leider leider nimmt Schorsch seine Unterwasserkamera erst später mit) . Und was soll ich sagen, mit einem ausladendem Schritt, Brille und Schnorchel festdrückend, tauchte ich in ein anderes Universum. Auf den ersten Blick hunderte leuchtend bunter Fische. Klares Wasser. Nah an der Taucherbrille handtellergroße vertikal gelb schwarz Gestreifte, etwas tiefer an den Hartkorallen blaugrüne Papageienfische, Skalare und bestimmt 30 weitere Arten, deren Name ich nicht kenne. Die Hartkorallen liegen in der etwa sechs Meter tiefen Bucht wie auf Hügeln ausgelegte metergroße Beulen. Jede mit einer eigenen Struktur, mit Röhren, als Kelche, voller Noppen oder glatt. Von ocker, beige, gelb, grüngelb bis zu zartem fliederlila oder himmelblau. Und während wir mit unserem Guide einen Felsenberg umschwimmen flüchtet sich ein 2 Meter scheuer Riffhai ins offene Wasser. Wunderwelt. Schwerelos schwebe ich durch große Schwärme klitzkleiner Fische. Der Guide kitzelt aus einer Anemone die beiden ansässigen Clownfische hervor. Mangels Brille sehe ich sie leider kaum scharf, weil noch zwei Meter zu tief unter mir. Ich bin ein schlechter Luftanhalter und den Druckausgleich in den Ohren bekomme ich auch nicht mehr hin – im Gegensatz zu Schorsch, über den ich total verblüfft bin, wie tief und lang er abtaucht. Sechs, sieben Barakudas ziehen nah unter der Wasseroberfläche an uns vorbei. Hier und da eine von innen fluoreszierende orangengroße Qualle. Es gibt so viel zu sehen, jeder weitere Meter sieht anders aus und auch geht mir das Tauchgerät überhaupt nicht ab. Die Sicht und das Licht sind in 8 Metern Tiefe schon kaum mehr halb so gut. Auf dem Rückweg zum Boot begleiten uns die Luftblasenschläuche der Taucher, die tiefer unter uns am Riff entlang streifen. Man hat keine Ahnung, wie viel Zeit vergeht, denn jeder Augenblick ist flüchtig. Man möchte abgetragene Zitate bemühen: Augenblick du bist so schön, blablabla du solltest nie vergehen. Leider, leider ist es aber so. Alle kehren zurück aufs schwer schaukelnde Boot, bevor es nach einer Erholungspause und dem Ankern mehrerer großer Schnorchlerschiffe an einen etwas außenstehenden Felsenzahn geht. Mehr offene Weite, mehr Felsendramatik, Spalten, Schluchten, Gänge. Nicht mehr ganz so bunt und weniger besiedelt. Auch ist das Wasser auf der Strömungsseite grisselig von vielen Schwebeteilchen. Insofern dann auch nicht schlimm, dass ich – kaum zurück mit allen Anderen auf dem schaukelndem Boot – ungewollt die Fische füttere.













