Das Kurleben ist kein Honiglecken. Der Wecker läutet zum ersten mal um 5.30 Uhr Um 5.55 gehts nach 2 x Nachschlummern aus den Federn. Cirka 12 Mitläufer finden sich neben Ömed, unserem Coach, und vier Hunden auf dem Parkplatz ein. Zuerst gibt es Gymnastik, beginnend mit Schritten im Stand. Dann dazu die Knie hoch, dann Hand an die hohen Knie, dann die Hand an den Innenspann, dann rückwärts an die gleichseitige Ferse, danach an die gegenseitige Ferse. Eigentlich so was wie ein Schuhplattler im Yogatempo und mit Achsamkeit auf die Atmung. Bei den Armen wird eher geschwungen und sich gebeugt und verdreht. 15 Minuten lang. Also wach ist man danach!

Die Wanderungen ziehen immer in die angrenzenden Berge. 4 km und 200 Hm bis zur nächsten Gymnastikrunde, ähnlich der Ersten mit wunderschönem Ausblick. Dann wieder 4 km zurück, vorbei am schreienden Esel, dem kleinen Bauernhof mit Schafen, 2 Kühen und gefühlt 8 Hunden, davon 2 Welpen. 

Das Basenfrühstück, bzw. alle Gerichte des Tages bestehen ausschließlich aus Gemüse. Roh oder gekocht. Das schmeckt hier vorzüglich und auch im Laufe des Tages gibt es keine Hungergefühle. Hoffe, das hält so so.

Danach gehts ins Wechselbad vom warmen Mineralienpool in ziemlich kühles – mehrmals hin und zurück.

Ausserdem geht es am Vormittag für mich zur Massage – ganz wunderbar – Schorsch wird nachmittags so was wie geschröpft. Und weil heute Sonntag ist und weder Yoga, Pilates noch Tanzstunde stattfinden, radeln wir noch ans Meer. 

Menschengrüppchen sitzen überall verteilt auf mitgebrachten Klappstühlen und ratschen. Vielleicht liegt es am Wind, dass niemand im Wasser ist und alle angezogen sind. Vielleicht ist das auch immer so. Ein Areal hinter dem Strand ist ein Grillpark. Auffällig: hier sind eher Familien, deren Frauen anliegende Kopftücher und lange Kleidung tragen. Es erweckt den Anschein, dass der Strand selbst, für diese Gruppe nicht adäquat zu sein scheint. Aufgrund der Freizügigkeit der anderen (Mädchen mit kurzen Hosen), die hier herrscht? Schwer zu sagen.

Zurück geht es wieder, wie schon mal beschrieben, durch Quartiere mit neuen einheitlichen Häusern. Nur wenige davon bewohnt. Anscheinend Investmentobjekte (wegen der herrschenden Inflation), so haben wir gehört. Aber für wen, für Rentner, Deutschtürken, die im Ruhestand wieder in die Türkei zurückkehren oder sind das wirklich alles nur Ferienhäuser? Das Ganze boomt hier und scheint sich krakenartig auszubreiten.