(8.57469°, 119.01226°)(8.49814°, 119.87888°)
Schorsch:
Weil wir ja beide Termin-Legastheniker sind, geht die Fähre nach Flores nicht um 9 AM sondern um 9 PM. Es gilt den Tag zu vertrödeln. Wenn wenigsten das Guesthouse hübsch wäre. So aber geht’s vor dem nicht akzeptablen Frühstück gleich los zu einem Family Markt um das Grundbedürfnis von Koffein zu erfüllen. Warmen gibt’s nicht. Espresso aus dem Kühlschrank muss daher erstmals getestet werden. Ging schon. 10 Kilometer nördlich und über einen Hügel soll in einem Fischerdorf der traditionelle Schiffbau beguckt werden können. War wohl mal. Dafür ist’s hier besonders schmutzig. Liebe Leute! Warum verschandelt ihr euer Land mit dem ganzen Plastikmüll so dermaßen? Hier herrscht NULL Verständnis von Müll in Mülleimer zu sammeln und ordentlich zu entsorgen. Alles landet im Straßengraben, auf der Fläche neben dem eigenen Haus und im Meer. Ganz schlimm!
Eine Nacht im Ächtz! Auf der Fähre ist es unmöglich die Sitze oder die Schlafpritsche zu benutzten. Hier ist das Verständnis der Raucher so etwa wie bei uns vor 50 Jahren. Nur dass hier etwa 70% der Männer starke Raucher sind. Da wird im Gemeinschaftsschlafsaal und sonst auch überall geschlotet. Wir verziehen uns auf’s Deck. Sogar Palmen hat’s dort. In einer Palmenecke belegen wir 8 Sitzplätze. Zum Glück ist das Schiff nicht voll. Petra rollt die Luftmatratze und Schlafsack aus und bequemt sich am Boden. Ich quer auf den schmalen Metallsitzen. Garnicht gemütlich! Und was mir gehörig den Schlaf raubt, sind die zahlreichen Nachteulen, die ohne Kopfhörer am Handy irgendwelche lauten Sachen gucken und, klar, rauchen. Grrrrrrr. Schade, dass ich kein Massenmörder bin.
Und weil wir aber wieder die Zeit und Termine nicht im Griff haben, kommt das Schiff schon um 4 AM und nicht um 9 AM, an. Schnell also alles zusammenpacken und schnell weg von hier.
Petra:
Wir radeln einen kurzen Abstecher in die Bucht Lamere, in der Holzboote gebaut werden. Allerdings ist hier nicht viel los und der dazwischenliegende Hügel powert uns nach dem gestrigen Tag komplett aus. Wir hängen tagsüber in einer ruhigen Ecke einfach nur auf einer Bambuspritsche ab und auf dem Rückweg haue ich einen Pickup an, der uns über die Höhenmeter bringt.
In Flores mit der Nachtfähre noch vor der Dämmerung angekommen, gibt es erst mal einiges zu organisieren. Zuerst einen Anbieter für den 3-Tagesausflug in den Nationalpark auswählen, dann die Motorräder für die anschließende Inselerkundung klar machen. Da um fünf Uhr früh noch gar nichts offen hat, gibt es erst mal noch Frühstück am Hafen. Danach wird schnell klar, dass die Stadt mit Touranbietern gepflastert ist. Mehr aus Zufall frage ich auch in einem Tauchshop nach und weil sich der verbandelte Manager als erstes meldet, fällt die Entscheidung auf ein Boot der besseren Klasse, das er anbietet. Später im Guesthouse erfahren wir von einem deutschen Paar, die gerade solch einen Trip hinter sich haben, dass ein teurer Preis – wir reden hier von 300€ für die 3 Tage – keine Garantie für eine gute Kabine oder ein hübsches Boot ist. Sie hatten mehr Geld als wir hingelegt und waren in einer stickigen Kabine unter Deck in einem schäbigen Boot untergebracht. Dafür gibt es bei den Motorrädern zu wenig Anbieter und vor allem, jetzt in der Hochsaison, keine verfügbaren Maschinen. Immerhin sichern wir uns bei einem Verleih eine kleine 150ccm Honda und einen 160er Motorroller bei einem anderen Verleih. Gespart wird bei der Unterkunft. In einem günstiges Guesthouse können wir auch unsere Räder für die nächsten Tage unterstellen. Der Altersschnitt der anderen Traveller liegt bei etwa 25 Jahren. Wir alten Leute werden eher ignoriert, während wir für die Belegschaft die coolsten als Radreisende sind.





























