Jeju gefällt uns gut. Ist jetzt nicht wie eine Bilderbuch-Urlaubsinseln (Italien, Griechenland …) in Europa, es hat hier eher einen netten unspektakulären Alltags-/Retrotouch. Schwarze Lavagesteinmauern, schwarze Felsen an der Küste und fruchtbarer Boden mit akurater Landwirtschaft prägen die Landschaft. Alle Nase lang (besonders vor Häusern oder Dorfeinfahrten) stehen die archaisch aussehenden Gesteinsfiguren „Dol hareubang“ in unterschiedlichen Größen herum. Sie sind seit 500 Jahren freundlich aussehende Wächter der Insel, versprechen Schutz und Weisheit. Außerdem gibt es reichlich Aquakulturen (als Hallen am Meeresufer). Die Radroute verläuft meist zusammen mit der wenig stark befahrenen Küstenstraße und unsere zusätzlichen kleineren Abstecher in noch ruhigere Ecken. 

Die heutige Wegstrecke ist kurz, so dass wir unser Gepäck schon mittags beim Hotel lassen können und unbeschwert zum nächsten Strand und einem botanischen Garten radeln können.

An den zwei smaragdgrüntürkisenen Stränden tummeln sich auch Touristen, die wenigsten trauen sich aber ganz ins Wasser. Die Kombi Schwimmflossen mit Schwimmflügeln erstaunt mich bei einem Herren. Ob Schnorcheln damit vielleicht komfortabler ist? Die Wassertemperatur ist jedenfalls wunderbar angenehm. Ein Eyecatcher sind einige orangeleuchtende Sonnenhüte. Tatsächlich sind kleine grüne Blättchen oben angenäht, damit der Hut zur aufgeschälten Orange und diese zu einer Art Inselmaskottchen wird. Denn im Osten der Insel soll es Plantagen mit Zitrusfrüchten geben. 

Schorsch:

Los gehts um die Insel rum. Nach einem tollen Tipp, gegen den Uhrzeiger. Da hat’s immer das Meer auf der rechten Seite. Diesmal solls gemächlich sein. Das nächste Hotel ist schon in 40 km. Immer schön die Küste entlang. Mal auf der Hauptstraße mal auf kleinen versteckte Wegelchen und Gassen. Das GPS Kartenmaterial der Openstreetmaps ist in Korea wieder exakt. Anders als in China. Da fehlten auf dem Navi einige klitzekleinen Straßen. War ab und zu spannend ob’s weiter geht oder auch nicht. 

Ab und zu geht’s aber dann doch nur entlang der Hauptstraße. Falls ein Radweg vorhanden ist, ist er schmal und muss mit Fußgängern geteilt werden. Wir bleiben oft auf der Straße. Geht auch gut. Die Autofahrer sind achtsam und sehr rücksichtsvoll und zurückhaltend. Keiner mag sich als Rennfahrer beweisen und keiner mag’s laut und röhrend. 

Und weil die Strecke so kurz ist, bleibt noch Zeit für den Badestrand und einen Botanischen Garten. 

Witzig! Es sind auch nicht nur Asiaten am Strand. Selten aber, dass ein/e Asiate/in sich ins Wasser traut. Meist sind sie komplett bekleidet und auch oft vermummt. Sind nur hier, für knöcheltief im Meer stehende Strandfotos. Die nicht Asiaten stechen durch Schwimmen heraus. 

Herrliches Wasser!

Im Botanischen Garten dann, muss ich ein wenig leiden. Viel zu groß ist er und die Wege ziehen sich in langen Schleifen durch meist Grünes. Gerne würde ich länger wo verweilen und in Ruhe genießen und staunen. Zum Beispiel bei den zahlreichen Bonsais. So manch einer wächst schon seit 300 Jahren gemächlich vor sich hin. Aber es wird schon Zeit für die Rückfahrt zum Hotel. Duster wird’s schon allmählich.