Drei Tage bleiben wir in Nagasaki. So ganz warm werde ich mit der eigentlichen Stadt nicht. Eher sind es diese drei ganz unterschiedlichen und besonderen Teile der Stadt, die uns die Geschichte der letzten 150 Jahre – auch über Japan – besser verstehen lassen und beeindrucken. Zuerst den geführten Besuch der Insel Gunkanjima (auf deutsch: Schlachtschiff), eine ehemalige Kohleabbauinsel mit tausenden Bewohnern in den 60er Jahren auf engstem Raum – inzwischen eine Ruinenstadt. Danach Glover Garden, ein Hang bzw. Hügel mit historischen Häusern von Europäern Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut (in Japan mehr als selten, gibt es hier auch Blumenbeete) und zuletzt Ground Zero, den Platz über dem die Atombombe explodierte. 70.000 Menschen starben sofort. Die Hitze bei der Explosion – 500 m über dem Erdboden – betrug 3000 bis 4000 Grad. Zusammen mit der Druckwelle löschte es im Radius von 1,5 km alles aus. Auf den Bildern im Museum sieht es an dieser Stelle aus, wie frisch umgepflügter Acker. Alles Staub zu Staub. In Erinnerung an die Opfer und mit der Hoffnung auf Frieden in der Welt hängen im Eingang tausende meterlänge Stränge mit gefalteten Origamikranichen.

Schorsch:

Es gibt wieder Pausentage, um sich in der Stadt rumzutollen. Ein Ausflug mit dem Boot, um eine verlassene skurriler Kohle-Abbauinsel zu besichtigen.

Und auch das Atombomben-Abwurfmuseum musste in jedem Fall angeguckt werden. Gibt es denn keine andere Möglichkeit zwischen intelligenten Machthabern Probleme zu lösen und sich zu vertragen? Gerade in den jetzigen Tagen jägern wieder Atombombendrohungen durch die Medien. Es wird wiedermal von unintelligenten Machthabern atomar geprotzt. „How dare you!“ (Greta Thunberg) Klüger werden geht wohl nicht.

Und dann gibt’s auch noch was zu Basteln. Vor Tagen schon ist ein Halter an Petras Packtasche gebrochen. Die Tasche ist nun mit Kabelbinder am Gepäckträger befestigt. Unpraktisch! Weil, Tasche nicht mehr abnehmbar. Für eine ordentliche Verklebung muss der Halter demontiert werden. Da muss gebohrt werden. Aber weil Sonntag ist, ist nix mit Bohrmaschine offen. Ein schräger Motorradbastler am Straßenrand mag helfen. Er flitzt weg und aus dem zweiten Stock wird ein Verlängerungskabel abgelassen. Und kurz darauf kommt er mit einer Bohrmaschine an. Alles klappt und die Teile können hübsch verklebt werden. Und ganz klar! Die Motorradfahrer dieser Welt sind einfach unkomplizierte und supernette Menschen. Zuvor hat uns schon ein anderer Biker mit stabilen Kabelbindern ausgeholfen.