(13.8080771, 100.0569095)(13.521506, 99.959133)

Wir hängen gerade auf unserer Guesthouse-Veranda ab. Wohlverdient, da Damnoen Saduak ein Dorf zwischen Kanälen ist und wir unsere Radl über die hiesige Seufzerbrücke tragen mussten. Schweißgebadet haben wir uns erst mal einige eiskalte Zitronensodas gegönnt. Während wir vor Nakhon Phatom, unserer letzten Übernachtungsstadt vorallem Reisfelder und Shrimpszuchtbecken durchquerten, sind es hier Kokosplantagen, die in Bahnen von vielen kleinen Kanälen durchzogen sind. Die Luftfeuchtigkeit hat zugenommen und alles wuchert munter vor sich her. Alle 10 km verlangt der Körper nach mindestens einem halben Liter kaltem Wasser. So hangeln wir uns vorwärts. Gleich zweimal werden wir auf unserem Weg beschenkt. Eine nette Frau auf einem Mofa reichte mir drei Mangos – die ganze Plastiktüte konnte ich abwehren – und einer der Kokosnuss-Erntejungs köpfte für uns zwei frische Früchte. So was von sagenhaft lecker, das Kokoswasser, wenn man gerade 50 km mit dem Radl hinter sich gebracht hat.

Schorsch:

Hock hier im Guesthouse direkt im Dorfkern und am Flussufer. Hier soll morgen, wieder wohl ganz früh, der Floating Market stattfinden. Mal sehen! Jetzt, kurz vor Abendessen ist’s beschaulich. Ab und zu tuckert ein Boot vorbei oder bleibt stehen und verkauft uns Eis. Natürlich in der Kokusnussschale überreicht. Waren wir doch heute Mittag schon durch Kokusnussplantagen geradelt. Ab und zu schwimmt ein großer Wasserleguan vorbei und ein mehr als Tausendfüßler fußelt auch vorbei. Das Guesthouse ist alt und im Teakholzstil gebaut. Überall Ritzen. Werd auf jedenfalls das Moskitonetz aufbauen. Nach dem die letzten Nächte schon hart unterbrochen wurden, weil die Bettgenossin laut auf Mückenjagt war. Unterbrochen durch leidendes Gejohle, verursacht durch den Mückenstichbrennstift.

Die letzten Tage gingen im weiten Bogen westlich an Bangkok vorbei. Schön grüner is es es jetzt. Reisfelder, wahrscheinlich, sprießen leuchtend grün, außerdem Kokusnussplantagen oder Shrimpzuchtfarmen. Das Vorrankommen ist zwar zäh bei der Hitze, doch sind’s auch immer 60 bis 80 Kilometer am Tag, die viel Aufnahme von Kühlflüssigkeit erfordern. Zum Ende eines Radltages muss alle 10 km was Kaltes die Gurgel runter und auch Tretpausen von mindestens 10 Minuten sind nötig. Die Hundeangriffe sind weniger geworden. Gestern musst ich nichtmal den Stock ziehen. Heute schon. Aber der Stock hilft gut. Wenn’s wirklich hartnäckige Köter sind, bleib ich jetzt stehen und drohe mit dem Stock. Das hilft, das hilft hoffentlich weiterhin gut! Überhaupt ist kein so recht entspanntes Radeln möglich. Muss auf der Hut und konzentriert sein, ob irgendwo eine Kötermeute angreift, muss gucken nicht zu Nahe an den Fahrbahnrand zu geraten. Es raschelt schon öfter mal im Gebüsch und zahlreiche platte Schlangen zieren den Asphalt. Und neu is hier im immer südlicheren Landesteil, der Asiatische Wasserwaran, der wird bis zu 3,5 Meter lang und ist wohl eine der größten Echsen der Welt. Gefährlich ist er nicht, kann aber böse beißen, wenn er in die Enge getrieben wird. Hab ich aber nicht vor. Er treibt sich auch schon mal an Land rum. Ich sehe manchmal einen in der Ferne. Wollen aber nicht geknipst werden und sind schnell wie ein geölter Blitz wieder im Gebüsch oder im Tümpel. Solche treiben sich wohl auch unter der Stegterrasse bei unserem Guesthouse rum und raufen wohl auch schon mal, oder was? Jedenfalls rumpelts und plätschert es mächtig unter mir und es spritzt sogar etwas Wasser durch die Plankenritzen. 

Jetzt sind’s noch ein bis zwei Tage bis zur Küste und zum hoffentlich schönen Badestrand und hoffentlich ist dann die letzte Schrunde am Knie abgeheilt und ich bin wieder wasserdicht.