(41.669029, 76.590454) (41.425649, 75.983526)

Vielleicht war die heutige Unterkunft die ursprünglichste bisher in Kirgistan. Wirklich weit abgelegen, eingebettet zwischen den welligen Weidenmatten, auf denen auch viele Yakherden umherstreifen. Unser Schlafzimmer womöglich das frühere Zimmer der Großeltern in einem alten Haus. Die Böden orange gestrichen und mit den typisch bunten Filzteppichen belegt. Essen gibt es in der Yurte, die auch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und mit Familienerinnerungen (Mäntel, Fuchsschals, alte Fotos und gewebte Packtaschen) geschmückt ist. Wie schon öfters gesehen, ist der Esstisch schon halb voll mit Marmeladengläsern, Etageren mit Bonbons, Gebäck und Knabbereien. Immer dabei auch geschnittenes Brot mit den getrockneten Joghurtbällchen. Jeder zufällige Besucher kommt sozusagen an einen gedeckten Tisch. 

Das Badezimmer ist erfreulicherweise neu und über die Badarmatur lässt sich die Wärme des Duschwassers per Digitalanzeige aufs Grad genau steuern. Das sind echte Kontraste!

Nach Naryn ist es gar nicht mehr so weit. Immer im Flußtal, teils über Schluchten geht es auf der Piste talauswärts. Vieh wird von einigen Reitern ebenfalls in diese Richtung getrieben. Da ich sehe, wie ein Rind am Rand der Piste fast den Abhang abrutscht, warten wir lieber, bis die Tiere zu Hängen gelangen, an denen sie ausweichen können. Jede Ecke ist einfach schön hier.

Gegen den leichten Protest von Schorsch sammle ich ein altes hitchhikendes kirgisisches Ehepaar auf. Die Menschen sind darauf angewiesen, dass sie mitgenommen werden und wir sehen noch Etliche, die am Straßenrand winken. In Naryn wollen sie uns Geld dafür geben, was wir natürlich vehement verweigern. Aber so funktioniert wohl der lokale Verkehr auch ohne Uber, Didi oder Go. Mercedes Sammelbusse kommen nur selten. Jammerschade nur, dass wir uns nicht verständigen können.

Schorsch:

Petra sammelt Anhalter auf. Feine Sache, das is hier üblich. Keiner muss lang rumstehen. Für mich heißt das, ich kann, oder möchte dann nicht, alle 3 Km oder nach jeder Kurve „STOOOOOP“ rufen um ein Foto zu knipsen. Die Gegend war, wie eigentlich fast überall, Toll, nie gesehen, begeisternd, sagenhaft! Macht aber dann nix. Hab eh schon viel zu viel geknipst die letzten Tage.