(40.52222, 72.80302) (39.674630, 72.885042)
Schorsch:
Das Mädchen hustet noch und ist noch etwas kränklich. Will aber trotzdem schon bald los.
Online wird ein E-Book mit Routenbeschreibungen und GPS Tracks gekauft. Viele Routen sind nur mit Geländemotorrädern oder Allrad machbar, steht da. Ich mach mich auf, um nach einem geeigneten Geländewagen zu suchen. Der Plan sich Motorräder zu mieten und durch das Land zu pflügen fällt flach. Nicht nur die kränkelnde Petra würde nicht durchhalten, denn es ist jetzt schon ziemlich spät geworden, Mitte September. Das Wetter kann unbeständiger werden und auf Passüberquerungen bis zu 3800 Meter muss mit Schnee gerechnet werden. Das ist ohne Motorradkleidung nix. Wir könnten ja nur all unsere Fahrradklamotten schichtweise über unseren Körper zwiebeln. Eine kleine Träne muss ich aber schon abdrücken.
In Osch sind die Autovermieter die Geländewagen anbieten rar.
Für den übernächsten Tag buchen wir einen Lexus 470, über 230 PS, 8 Zylinder und permanenten Allradantrieb. Baujahr 2005 🙄 und es macht den Anschein, dass noch die Originalbereifung drauf ist.
Im Buch wird dringend empfohlen, ausreichend Nahrung und Wasser mitzuführen, denn es kann schon mal länger dauern. Manche Routen sind mit 4 bis 5 Stunden für 80 km angegeben. Bei schlechten Wetter, länger. Jegliche Infrastruktur fehlt. Mobilfunkempfang ist so selten wie Tankstellen. Es wird auch empfohlen 2 Ersatzreifen mitzunehmen. Wir haben einen, und der ist schäbig. Wird also abenteuerlich werden.
Die erste Route geht gleich zum höchsten Punkt. Sehr sagenhafte Landschaft von Osch nach Sary Mogul und zum Fuß des Lenin-Peak. Ein 7000er. Ich schnauf von 3400 m bis auf 3800m hoch. Brauch lange dafür, mag knipsen. Eine Yak-Herde die mir den gesamten Aufstiegsweg versperrt mag nicht weichen. Guckt, so meine ich, je näher ich komme, böser. Gerade die Mütter zu denen die Kälber ängstlich hinhoppeln. Da mag ich dann nicht mehr weiter. Reicht auch schon. Der Ausblick ist spitzenmäßig!
Petra:
Beim gestrigen Abendessen saßen wir mit einem jungen französischen Paar zusammen. Weil sie heute zum Pass der Reisenden wandern wollen, bieten wir ihnen an, sie zum Ausgangspunkt, dem Yurtencamp Nahe des Peak Lenin mitzunehmen. Und irgendwie bekomme ich auch Lust, dem Siebentausender auf die Füße zu treten. Schorsch nimmt eine Genußroute und endet an einer Yakherde, ich wandere mit den Franzosen auf die andere Flussseite und dann sanft ansteigend zum Giganten. Erstaunlich gut geht das bei einer Höhe von 3700 m. Nur bei steilen Anstiegen, geht die Puste aus. Eher aus Vernunftgründen – ich nehme ja immer noch Antibiotika – lasse ich die Franzosen alleine weiter ziehen. Stunden später finden sich alle wieder glücklich beim Auto ein.






























































