Schorsch:

Ab und Weg

Runter vom Hügelchen und zunächst auf kleinen Straßen und sogar Feldwegen entlang Artischocken-Plantagen und Feldern. Einigen Schlaglöchern muss ausgewichen werden. Mag das überladene Fahrrad und die Gepäckträger nicht überstrapazieren. Ältere Herren in blauen Arbeiterhosen, Jacken und mit altem Käppi sitzen auf alten Traktoren und Pflügen. Oder mähen den Rasen. Die Straßenränder sind meist müllfrei. Warum schaffen das die Bewohner um die Städte nicht.

Weiter runter zur Küste und entlang der wenig besiedelten Küstenstraßen. Nur ein paar arg alte Badestrände (Lidos), einer so alt wie ich, Baujahr 64, sind noch verlassen am Wegesrand oder werden gerade rausgeputzt. Altes braucht schon sanfte Pflege.

Mittagessen mit mitgebrachten Schmierbroten am Strand im Wind.

Nachdem wir durch Brindisi geschlängelt sind, wird nach 47 km der etwas abgelegene Fährhafen erreicht.  Drei ist’s. Die Schalter öffnen um 6 Uhr. Zeit zum Hocken und Texten. Nochmal zurück über die ätzend und viel befahrenen Engstellen nach Brindisi erscheint uns doof. Und auch doof, dass der Buchungsschalter für Brummis um 6 öffnet. Für alle Anderen um 7. Für 4 Stunden hätte sich ein hin und zurück doch rentiert.

Eigentlich diskutieren wir in der Wartezeit die Fähre nach Korfu zu buchen. Um 7 Uhr erfahren wir dann, dass wir dafür noch weitere 14 Tage warten müssten. Da beginnt erst deren Fährbetrieb in der Saison. Das ist uns zu lange. Wir buchen Schlafkabine nach Igoumenitsa. Beim Befahren (nämlich mit Rolltreppe) des Schiffes und bei der Rezeption kommt Kreuzfahrtschifffeeling auf, beim Betreten der Kabine bekommt das Feeling etwas Schlagseite und beim Selfservice-Restaurant und der Essensauswahl ist es gänzlich verebbt. Aber will gar nicht viel klagen, nur ein bisschen. Ein 2-Bettzimmer mit etwas zu enger Dusche und damit einhergehender Überflutungsgefahr. Weil bäuchlings der Duschvorhang deplatziert wird. Das Schiff hängt noch am Haken, als ich ermattet aufs Kissen sinke. Schon gleich geht ein Dröhnen durchs Schiff und allgemeine Durchsagen in 4 Sprachen durch mein Kopfkissen. Aber irgendwann ebbt das Dröhnen ab, die Durchsagedame geht wohl auch in ihr Bettchen und das Schiff hat ohne Ruckelei und unbemerkt abgelegt und gleitet ruhig durchs Mittelmeer. Ich schlaf ganz gut.