Petra:
Heute also quasi eine kleine Mountainbike-Tour. Wir schrauben uns von fast Meeresniveau knapp 350 Hm nach oben. Aber wirklich jeder Straßenmeter ist schön und der Ausblick wird immer noch besser. Schnaufpause in einem kleinen Ort, der an einen Bergabsatz hingewürfelt scheint. Eine Oma sitzt wie beim gestellten Postkartenmotiv auf einen Stock gestützt unter einem Kaфеnion Schild. Unter uns hämmert und bohrt es, weil zur Zeit wirklich alles vor dem großen Touristenansturm noch hergerichtet und aufgehübscht wird. Dabei gibt es auf dieser Insel keine überdimensionalen Hotelburgen. Hin und wieder ein größeres Hotel, aber meist nur kleinere Einheiten, eher nur Familienbetriebe, was Korfu sehr sympatisch macht.
Die Abfahrt, namens Eselspfad, verführt Schorsch zum Übermut. Man weiß es ja – tut selten gut. Schlecht, bei rasender Geschwindigkeit, erheblichem Gefälle über 20%, mit Gepäck und Straßenreifen statt Stollenreifen auf feuchtem Untergrund vor der Kehre bremsen zu müssen, weil man ja noch die Kurve kriegen will. Da schmiert er auch schon dahin.
Schorsch ist aber trotz kleiner Schürfwunde ganz glücklich, weil per Instakamera live aufgenommen. Ich fahr lieber hasenfüßig vorsichtig.
Schorsch:
Zimtkringel im Nieselregen
Morgens ist es nieselig und die WetterApp hat nicht den geringsten Schimmer davon. Zögernd warten wir bei Zimtkringel und Kaffe ab. Auch sind wir etwas zögerlich weil sofort ein mehrere hundert Meter Aufstieg ansteht. Bin auch noch garnicht so weit, dass mich das unbesorgt und kalt lässt. Mehr Training die nächsten Tage soll helfen. Ziel – ohne mit der Wimper zu Zucken einen 500m Aufstieg antreten. Eine würde sagen, weniger Zimtkringel und Kekse würden auch helfen. Und sie hätte recht. Um 10:30 hoffe ich schon bald die Sonnenbrille brauchen zu können und es geht los. Schon bald sind lange Fahrradhose und Sonnenbrille fehl am Platz und tauschen. Immerhin wird 350m hochgeschraubt. Teilweise ganz schön steil. Die Abfahrt soll dann gefilmt werden. Hurtig geht’s abwärts und ganz fix dann bis zum Asphalt runter. Eine Millisekunde Unachtsamkeit und die Haarnadelkurve weicht von meiner Achtsamkeit, ebenso der feuchte Asphalt und ich schlittere dahin. Das Knie etwas aufgerippst und der Rückspiegel am Lenkerende weggeflippt. War klar, dass der dort zu sehr den Gewalten ausgesetzt ist und bald abschmirgelt. Aber hab ja alles gefilmt und bin schon auf mein blödes Gesicht während des Sturzes gespannt. Gleich aber weiter die aussichtsreiche Kleinstraße abwärts. Immer wieder begeistert der Blick, auf in der Sonne glitzerndes Meer, zwischen alten Olivenbäumen. Dennoch den Blick nicht allzu Unaufmerksam von den Schlaglöchern und Schotterpassagen, abgewannt. In der Bucht erstmal Mittagspause mit geschmierten Broten und viel Wasser. Und dann doch ein wenig Desinfektionsmittel auf die kleine Wunde am Knie, wird mir geraten. Von Bucht zu Bucht geht immer wieder mal doch recht steil hoch, so dass sich dann insgesamt etwas über 600 Höhenmeter zusammenkullern. So erreichen wir bereits um 16:00 und nach geringfügigen 25 km Arillas.


































