Petra:

Morgens um 8 Uhr verlassen wir Samos mit dem Boot Richtung Türkei. Während rechts von uns der türkische Berg Dilek Tipe mit unberührter Natur an uns vorbeizieht, habe ich irgendwie im Kopf, dass es auf dem Festland, idyllisch wie in Griechenland aussehen könnte.

Ziemlich falsch gedacht. Kusadasi ist eine ziemlich große Stadt und schon aus der Ferne sind unzählige hohe Wohnblocks sichtbar und Batterien von jeweils in sich identischen Häusern. Also eine Siedlung ist gleich ein Haustyp. 

Wir legen neben einem gigantischen MSC Kreuzfahrtschiff namens „Fantasia“ an. Vermutlich sehen sich heute deren 5000 Passagiere nicht nur Kusadasi dondern auch die antike Stadt Ephesus an.

Erstmals bekommen wir einen Einreisestempel auf unserer Reise und mit einem Schlag ist tatsächlich alles anders. Oder zumindest ist der orientalische Geschmack, sichtbar in den säumenden Shops, ein gänzlich anderer. Klar, man weiß es ja, Bazare glänzen mit viel Gold, Orientteppichen, Tüchern und Luxusartikel echt oder falsch, wer weiß das schon. Bei jedem Teil in den Auslagen, wäre mein erster Gedanke: entsorgen. Aber so ist das eben mit unterschiedlichem Geschmack. Dass 1,8 km aber so einen Unterschied machen, überrascht mich doch.

Wir radeln am Meer entlang, will heißen an vielen Hotelkästen mit etwas Grün und Strand. Wohl heiß begehrt bei Touristen aus dem eigenen Land oder Deutschtürken. Im Wasser sind die Mädels auf jeden Fall nur mit T-Shirt und Permudahose.

Durch Pfirsichplantagen geht es zu unserem Kurhotel, eingerahmt von Bergen.

Zunächst bin ich ziemlich enttäuscht, weil die Herberge bei uns wohl keinen einzigen Stern bekäme. Etwas runtergekommen. Aber nach dem Eingangsgespräch mit dem Mann für alles hier (Yogalehrer, Pilateslehrer, Wanderführer und Ernährungsberater, Arzt?), in Hamburg geboren und deshalb zweisprachig, nimmt das Projekt „Gesundbrunnen“ fahrt auf. Irgenwie ist zwar alles etwas schräg, aber 2 Wochen in einem türkischen Sanatorium, das hat schon was Besonderes.

Ich besuche dann auch gleich die türkische Tanztherapie am abend. Sehr lustig aber schwer zu beschreiben …

Schorschs Senf:

Runter vom Schifflein und durch die Grenzkontrolle. Es kommt ein Einreisestempel in den Pass und ich werde geknipst. Unser Gepäck interessiert niemanden und wir werden durchgewunken. Die meisten Ankommenden sind momentan Tagesausflügler, die wohl zum nahe gelegenen Steinhaufen Ephesus pilgern oder die Altstadt von Kusadasi besuchen. Bei beiden passen wir und trinken türkischen Willkommenstee in der mit Teppich- und Schmuckhändlern vollen Fußgängerzone. Und als letzte Henkersmahlzeit vor der Fastenkur gibt’s noch lecker türkische vegetarische Bällchen. Aber auch zwei riiiiiiiesige Kreuzfahrtschiffe sind am Pier verzurrt. Sicher schwirren die Insassen auch wo rum.

Wir schieben ab, die Küste entlang zum 20 km entfernten Retreat.