Nach zwei Radltagen hab‘ ich mir heute meine Zottelhaare abrasieren lassen. Zottelige Haare gibt’s in Korea sonst überhaupt nicht, gewissermaßen ein „no go“. Mit neuem Haarschnitt ging’s dann ab zum Strand und in die Brandung. Inzwischen ist die riesige Bucht, die gestern nur weiter und trockener Sandstrand war, voller Wasser und Wellen. Der Wind ist zackig und wäre zum Radeln überhaupt nichts. Neben den Kitesurfern und zwischen den Schaumkronen macht das Schwimmen, oder besser gesagt Rumtollen im warmen Wasser wieder riesig Spaß. Beim späteren Trocknen marschiert ein Wanderer des Olle-Wanderwegs – über 400 km Wanderwege gibt es auf der Insel – an mir vorbei. Ich stufe ihn als Weitwanderer ein, denn neben dem Wanderoutfit mit Trekkingschuhen und  Rucksack ist er totalvermummt mit Kappe, logisch auch mit langen Ärmeln – alles in Schwarz noch dazu, und hat ein Koreafähnchen angesteckt. Er hat es aber gut, denn er hat Rückenwind.

Schorsch und ich tauschen die Plätze. Er kommt zum Schwimmen und ich gehe zurück ins Hotel. Aus dem sechsten Stock blicke ich über einen Teil des Ortes und die Bucht im Hintegrund. Gutes Motiv – fordert mit dem ganzen Kleinkram allerdings mein Sitzfleisch. Für die akuraten koreanischen urban sketchers, wäre das hier hingerotzt. 

Meine Aquarelle kann man, wen‘s interessiert, auf Instagram unter petra_dorkenwald ansehen. Ich checke die App aber noch nicht wirklich, deshalb sind die Ansichten nicht optimal. Man bräuchte für den ganzen digitalen Kram 8 Arme und sechs Köpfe …