Im Konfuziustempel recherchieren wir in Wikipedia. Schlau und weise der alte Meister, von dem wohl auch das Zitat zu stammen scheint: der Weg ist das Ziel. Wusste er schon vor 2400 Jahren und es gilt heute noch. Wie passend, nach geradelten 1130 km von Peking hierher.
Qufu erscheint uns als nettes Städtchen, hat aber tatsächlich über 600 000 Einwohner. Tai‘an, die Stadt in der wir tags zuvor noch waren, hat 5,5 Millionen Einwohner und Jinan, die Stadt nördlich der Tai Shan Berge ist 9,5 Millionen groß. Bei diesen Zahlen wird einem schwindelig. Umso größer der Respekt vor diesem Land, welche Entwicklung es seit meinem ersten Besuch genommen hat. Unübersehbarer Wohlstand, perfekte Eisenbahn- und Straßennetze, Sicherheit. Letztere sicherlich zum Preis der vollständigen Kontrolle, aber vermutlich nimmt der Großteil der Chinesen diese lieber in Kauf, statt andere unliebsame Entwicklungen. Individualismus ist schon historisch gesehen weniger ausgeprägt als bei uns und macht die Organisation dieser Menschenmassen deshalb auch einfacher und „straffer“. Ganz klar gilt das Gesamtinteresse vor dem Einzelinteresse. In Deutschland fällt uns dies oftmals vor die Füße, insbesondere für zukünftige Entwicklungen. Da werden wir keine Chance gegen autokratische Nationen haben und werden sicher lernen müssen zurück zu stecken. In welche Richtung die Geschicke wandern, ob Klimakrise, Umweltschutz, Nachhaltigkeit genug zum Zuge kommen werden? China sieht diese Themen zumindest. Beispielsweise massive Baumpflanzungen entlang jeder neuen Straße und in wüstennahen Regionen. Alle kleineren Fahrzeuge sind mit Elektroantrieb und auch die großen Autos sind geschätzt 20-25% Elektro. Führerlose Lieferautos kreuzten unsere Wege, über den Feldern sahen wir öfters Drohnen, die die Felder besprühten. Pestizide und Genfood sind hier Standard, auch Atomkraftwerke gibt es reichlich. Der Städtebau besteht maßgeblich aus Hochhausbauten (nicht schön aber mit niedrigem Flächenverbrauch) und in Peking, so wurde uns gesagt, mit Geothermie beheizt. 1,4 Milliarden Menschen müssen ernährt werden (20% der Weltbevölkerung haben nur 10% der weltweiten Ackerflächen verfügbar)!
Wir werden sehen, was kommt. Nach dem großen Treffen der „antiwestlichen“ Allianz vor 3 Tagen, wird sich die Welt auf alle Fälle wandeln.



















