Die Infos aus dem Reiseführer und Empfehlungen der KI lockten nach Tianzifang.

Tianzifang ein Stadtteil mit alter Wohnstraße für Besucher und Einheimische, voller Boutiquen, Kunstgalerien, Handwerks- und Designläden, Cafés, Bars und Restaurants. Also recht voll, verwinkelt eng und touristisch.

Es fragt mal jemand von zuhause, ob wir denn einfach nur durch das Land Radeln oder ob wir intensiveren Kontakt zu den Menschen dort haben.

Na ja, am Mittagstisch oder in Wohnzimmern von den Menschen sitzen wir nicht. Aber durch das langsame Reisen mit dem Radeln durch die Dörfer oder das Umherradeln in den Städten, ab von Tourismuspunkten, kommen schon oft ganz herzliche und nette Kontakte zu den ganz normalen Menschen dort zustande. Oder hier zum Beispiel im Fuxing Park.

Dort verbringen die Bewohner der Umgebung, gemeinsam und gesellig ihre Freizeit. Da wird getanzt, gesungen, musiziert, geratscht, die Eine massiert den Anderen, die Nächste übt Tai-Chi Schwertkampftechnik mit dem Jian-Schwert, Andere lesen Zeitung, Kinder haben Malunterricht und ein Kalligraph schreibt mit nassem Pinsel vergängliche Zeichen auf den Boden. Und gucken wir zu, folgt bald darauf eine Aufforderung zum Mitmachen. Ich bin schüchtern. Mag nicht singen oder tanzen oder mich massieren lassen. Petra aber wagt ein kurzes Tänzchen. Anderswo schonmal bekomme ich eine kurze Einführung in Tai Chi oder zum Trommeln. Oder komme bei Radpausen ins Ratschen mit anderen Radlern, oder halte einen kurzen Plausch bei der Getränkedantlerin. Oft nur mit Handzeichen, oft aber auch ein wenig in Englisch und ab und zu per Übersetzungs-App. Immer sind die Kontakte fröhlich und immer füllen sie das Herz mit Wärme. Und oft sind es auch die Szenen beim Vorbeiradeln, die uns die Menschen und deren Lebensweise näher, viel näher bringt und kennenlernen lässt. Da sind die Nachbarinnen, die einen Plausch beim Garteln halten und uns zunächst verblüfft angucken, uns dann gleich fröhlich zuwinken, da sind die Mütter und Omas, die kleine Kinderchen immer respektvoll und lieb behandeln. Oft zeigt man auf uns und grüßt fröhlich. Da sind die Jugendlichen, die schon mal sehr interessiert Fragen stellen und auch gerne auf unsere Fragen antworten. Auch mit wenig Englischkenntnissen. Aber alle sind ganz flott im Smartphone-Tippeln, zucken gleich die Übersetzungs-App. Da ist der Fahrradersatzteilshop-Chef, der gleich das Handy zückt und Bilder von sich und seinem Freund zeigt, die auch mit den Radeln weit unterwegs waren. So kommt man Stück für Stück immer tiefer in die Seele des Landes und der Menschen. Die kleinen Begebenheiten im Alltag sind’s.