17,95646° N, 102,58960° O / 17,95646° N, 102,58960° O

Schorsch: Seit zwei Tagen treten wir nun wieder los. Geruhsam lassen wir es angehen und der Weg führt den Mekong entlang flussaufwärts. Mal direkt an einem Radweg ähnelndem, aber ab und zu mit Grünzeugs überwachsenem Weg, der oft abrupt endet. Und ab und zu entlang der Hauptstraße, die abrupt auf eine Autobahn führt. Aber wenig Verkehr macht’s gefahrlos möglich. Die Orte sind klein und haben 0 Hochhäuser. Anders wie noch vor 2 Wochen in China. Ganzganz anders! Geruhsam, gemütlich und beschaulich geht’s nun dschungelig oder mit Feldern, Palmen, blühenden Bäumen und Sträuchern und kleinen Dörfern am Wegesrand dahin. Zunächst etwa 300 km in einem nordwestlichen Bogen, dann 600 km nach Süden bis südlich von Bangkok. Dann muss weiter geplant werden, wenn wir uns zwischendrin nicht umentscheiden. Ein Grund wäre z.B. Gebietswarnungen wegen Elefantenangriffen. Angeblich, so ein Post in der Southeastasia-WhatsApp-Fernradlergruppe, wurde die letzten Tage einer zu Tode umhergeschleudert. 

Stark bewaffnet sind wir nun zwar, aber die Bambusstöcke sollen bestenfalls gegen Hundehorden wappnen. Hoffentlich hilft‘s, hoffentlich brauchen wir die Stöcke nicht. Angeblich hören die angreifenden Hunde auf laute „Ayieeeh“-Rufe. Mit starker Betonung auf die zahlreichen eeeeh‘s am Ende. Auch die Drohung mit dem Stock soll helfen. So manches Rascheln im Gebüsch lässt Schlangen vermuten. Es sind wohl auch giftige dabei. Große Schlangengefahr deswegen, weil wesentlich weniger Klohäuschen, wie noch in Südkorea oder Japan sind. Man sieht sie zwar schon – die Schlangen – aber meist mit Blutspritzer auf dem Asphalt und regungslos mausetot. Wollten wohl die Restwärme des Asphalts der Straße nutzen. Und gewöhnungsbedürftig warm is es hier schon. So etwas über 30 Grad. Deswegen erstmal kurze Etappen. Aber auch sind Übernachtungsmöglichkeiten nicht soooo üppig. Gestern 50 km und heute 40 km. Wenn die Heutige nicht angepeilt worden wäre, kämen wir auf 140 km. Garnicht möglich und garkeine Lust drauf. Und wenn wir morgen dann nicht unverhofft doch noch was zwischendrin finden, sind’s 100 km bis zur Hotelansammlung in Pak Chom. Dazwischen hat’s ein Resort für satte 95€ ! Ist uns wahrscheinlich zu teuer. Kann aber durchaus sein, dass uns zur späteren fortgeschrittenen Radelstund in der Hitze der Preis dann egal ist. Alles schon erlebt!

Auf alle Fälle sind wir heute früh schon vor 9 Uhr los. Nach einem einfachen aber leckeren Frühstück mit selbstgebackenem Brot und selbstgemachter Marmelade von dem französischen Aussiedler, der nun hier Gästebungalows mit Westernfood betreibt. Sogar wieder einen Pool gab’s. 

Heute um die Mittagszeit sind wir also schon angekommen. Nun sorgt ein schattiges Hüttchen, zu einem Watt gehörend, am Mekong für etwas Milderung der Hitze. Petra malt ein Bildchen und ich guck umher, trink lecker Kühlflüssigkeit und schreib ein wenig das hier. Und wenn ich so umherguck, wäre so was auch ein hübscher, ebener und überdachter Platz für unser Zelt. Falls wir mal müde sind und nicht in eine Elefantennacht hineintreten möchten.