Aus der Stadt und einen See entlang. Da geht’s tatsächlich wiedermal 30 Kilometer an einem extra für Radfahrer angelegten Uferweg entlang. Wird schon dunkel. Etwas schade, dass die Tage so kurz sind. Um 5 wird’s dunkel und es gehen gerade mal so 70 km am Tag. Wir landen in Nanxu. Super Glück mit dem Hotel. Der Chef ist vor zwei Jahren mit Frau und Sohn von Shanghai nach Tibet geradelt. 5300 km. Und Zufall! Wir haben bisher gerade auch etwa so viel getreten. Natürlich ist er Radlern recht verbunden und rückt sein bestes Zimmer raus. Riesig geräumig mit Badewanne, Canapé und gemütlichem Sessel. Können das aber gar nicht so recht nutzen. Es wird für uns gekocht – sind die einzigen Gäste – und klar, alle gucken uns dann beim Essen zu. Es gibt glitschige Hühnchenteile mit Knochen und eine Art Spinat, der wohl nur hier im Ort wächst. „Müssen wir unbedingt probieren, beschwört Frau Cheffin. Und nach dem Essen wird uns befohlen unbedingt die Altstadt zu besichtigen. So wird’s dann nix mit Flezen im hübschen und warmen Zimmer. Aber! Hat sich gelohnt. Da hat‘s auch Kanäle und die Häuser wirken meist authentisch alt. Sehr schöne Abendstimmung!
Und da sind sie wieder die Mädchen im Retrolook. Lassen sich in zahlreichen Foto-Studios aufwändig auf Alt aufbrezeln. Zum Beispiel im Hanfu-Stil. Da wird die Frisur intensiv bearbeitet (oder sind Perücken), da werden die Damen geschminkt, und da werden altertümliche chinesische Gewänder ausgeliehen. Sind sie dann hübsch kostümiert, gibt’s viel zu Posen, recht viel Spaß mit Knipsen.
Und weil das Zimmer extrahübsch war, hat die Dame auch fein geträumt. Hat sich im Traum in einen Anderen verliebt und mich verlassen. Der Andere war dann aber auch wieder ich. Ich glaube wir verbringen etwas zu viel Zeit miteinander. Mag uns Keiner/Keine mal besuchen kommen?

























