(41.26793°, 69.22717°)
Großstadt. Wir gönnen uns ein Abendessen beim Italiener, der gleich einen langen Spaziergang einschließt, weil unser Hotel nicht ganz so zentral liegt. Später kehren wir, Zitat Schorsch: „ heim“. Tatsächlich entspricht das unserem Lebensgefühl. Unsere Sachen, ein bequemes Bett, idealerweise zwei Stühle oder Sesselchen zum Sitzen – was aber seltener Luxus ist – mehr braucht es nicht. Und bisher hatten wir eigentlich fast ausschließlich sehr bequeme Betten, und meist auch ein gutes Frühstück. Definitiv ein Vorzug zu früheren Reisen, auf denen „low budget“ noch auf dem Programm stand. An Minizimmer, nicht vorhandene Fenster, Fensterausblicke in Luftschächte oder blickdichte Bespannungen mussten wir uns sehr gewöhnen (Augen auf bei der Vorabbuchung). Das Hirn verordnet hierzu Scheuklappen. Auch daran: Toilettenpapier kommt in Asien immer in den Mülleimer. Das sind ja nur Randerscheinungen auf dieser erlebnisreichen Lebensreise. Hier gehört auch dazu, die Umstände weniger zu beurteilen, denn vielmehr in sie einzufließen.
Next day: als Erstes kümmern wir uns um Fahrradkartons und Schorsch muss seinen Rucksack ersetzen, da beim Alten der Reißverschluss ausreißt. Hier gibt es die seltene Chance auf Markenprodukte und wenn man eineinhalb Jahre mit seinen Dingen auf der Reise durch dick und dünn muss, weiß man diese zu schätzen und zu lieben. Tatsächlich hätte ich bei manchen nicht geglaubt, dass sie das unbeschadet durchhalten. Es werden auch noch neue Trekkingschuhe gekauft, da die Sohlen der jetzigen Schuhe mehr oder weniger am Ende sind.
Bleiben noch ein paar Resttage um das Stadtzentrum mit Gebäuden aus der russischen und der usbekischen Vergangenheit zu durchstreifen. Vieles ist bereits erneuert und auch hier weichen alte Viertel Potemkinschen Dörfern. Neue Häuser mit „alten“ Fassaden bauen eine aufgeräumte Altstadt nach. Das riesenhafte neue Museum zur islamischen Kultur und Geschichte ist im Stil der alten Medresen erbaut, aber hochmodern. Am östlichen Rand der Stadt entwickelt sich ein Sportkomplex und attraktive Neubauten, in denen olympischen Spiele ausgetragen werden könnten. Gab es dafür eine Bewerbung?
Tashkent hat aber auch viele große Alleestraßen, nette Parks, ruhige angenehme Wohnviertel, nette Cafés und Restaurants. Die große Markthalle mit Umgebung ist noch voller Gewusle und Geschäftigkeit, eine sehr sympatische Ecke der Stadt.
Einen Tag verbringen wir noch in den angrenzenden Bergen. Das hiesige Wochenausflugsziel für Familien. Unspektakulär, aber wir können unsere neuen Schuhe mal so richtig einstauben. Einige Dinge sind noch zu organisieren, ein Indienreiseführer wird gekauft, am blog wird gebastelt. Das war’s jetzt mit Zentralasien.










































