(-8.61815°, 120.46835°)

Schorsch:

Motorradsusflug . 10 Tage durch Flores flitzen. 

Zurück vom Super Bootstrip geht’s erstmal in die Pause. Bilder sortieren und ein kleines Video vom Bootsausflug zusammenschieben. Viel Aufwand! Durch die 360 Grad rundum Aufnahmen müssen alle Blickwinkel betrachtet werden. Könnte ja ein kleiner Haifisch, ein Rochen oder ein fröhlich bunter Streifenfisch gerade in die Linse gegenüber blicken und ich mag‘s nicht versäumen. Zwei volle Tage bin ich am Basteln. Nervig! Für die Berechnung der einzelnen Szenen braucht das Laptop ewig und stürzt auch noch oft ab. Erkenntnis des Tages: Keine aufwendigen Filmchen mehr zusammenflicken. Erst daheim dann. 

Drei Tage vergehen bis die Motorräder startbereit sind. Ich darf mit einer Honda Streetfire 150 ccm mit weniger PS kröten, als ich Zehen und Finger hab. Dafür aber mit Schaltgetriebe, Koffer und Topcase. Petra schaukelt mit einem Yamaha Automatik-Scooter mit satten 155 ccm und 15,1 PS. 

Für 10 Tage wollen wir die Insel Flores kreuz und quer abklappern. Die Chefin, Chefplanerin und Reiseleiterin übernimmt auch die Navigation. Und ich bin froh, dass ich nicht alle 15 Sekunden aufs Navi schauen muss. Aber eigentlich geht’s erstmal der Trans-Flores des Weges entlang. Kurvenreich geht’s oft recht steil entlang der zahlreichen Vulkane bergauf. Und ich bin froh, dass ich nicht Treten muss. Vor den Tankstellen bilden sich irrwitzige lange Schlangen. Drei Sorten gibt’s: Pertalite 90 Oktan, Petamax 92 Oktan und BioSolar – Diesel. 

Manche betanken ganze Kleintransporter voll mit Fässern. Das dauert. Alle Tanken das günstige Pertalite. Ich muss Pertamax tanken, sagt der Vermieter. Ich komm immer sofort dran. Petra kann entweder aus der Flache, angeboten am Wegesrand oder auch das Teuere einfüllen. So geht’s immer zügig von der Tanke weg. Und ich bin froh, dass ich nicht warten muss. Die Trans-Flores Straße ist im guten Zustand, es hat relativ wenig Autos oder Lastwägen. Die voll beladenen LKWs und Transporter sind oft zusätzlich mit zahlreichen Personen oben drauf auf dem Dach oder auf der Ladung bestückt. Daher wird meist mit Bedacht gefahren. Nur viele Scooter flitzen rum. Stört aber nicht. Nur mache, wahrscheinlich Taxler, stöhren den sanften moove und flitzen recht rücksichtslos und nervös hupend.

Petra:

Die Trans-Flores ist über hunderte von Kilometern eine einzige Berg- und Tal-Serpentinenstraße: immer wieder 1000 Meter hoch auf Pässe zwischen Bergen und Vulkanen, dann wieder 1000 Meter runter an die Küste. Teilweise so steil, dass ich mich mit den Füßen gegen das Trittbrett einspreizen muss, damit ich nicht vom Sattel rutsche. Zum Glück ist sie nicht sonderlich befahren. Trotzdem sehen wir am ersten Tag schon heftige Unfälle, die unmittelbar vor uns passiert sein mussten. Einmal ein Laster, der vermutlich in der steilen Kurve wegrutschte und böse demoliert im Graben landete, später noch einen Kleinwagen, der sich auch in dem ca. 1 m tiefen Wassergraben verpresste. Ein beiden Stellen standen noch die Leute oder räumten Trümmer beiseite. Unsere Homestay-Dame meinte, oft sei da Alkohol mit im Spiel. 

Es darf erwähnt werden, dass hier auf der Insel Sprit tanken schwierig ist. Vor Tankstellen stauen sich teils 30 bis 50 Autos schon vor den Einfahrten. Manche Tankstellen sind gleich schon gar nicht geöffnet. Ich könnte mich mit meinem Motorroller auch an den Ministändern versorgen, die es häufiger am Straßenrand gibt, das grüne Pertalight in 1l Plastikflaschen abgefüllt, zu 20.000 Rp. An der großen Tanke kostet es 10.000 Rp (quasi a Fuchzigerl). Dieser Preis ist dort immer fix, da staatlich festgesetzt und subventioniert. Nur Schorschs Honda benötigt Pertamax mit 92 Oktan, das es nur an Tankstellen gibt. Aber bisher hatten wir richtig Glück und auf der Strecke Kraftstoffnachschub ohne Anstehen gefunden. Der Trick: wir tanken nicht nach Bedarf, sondern wenn wir eine leere Tankstelle entdecken.

Unsere Bleibe ist ein total sympatisches familiengeführtes Homestay. 

Am zweiten Tag von Ruteng aus wollten wir das ursprüngliche Dorf Wae Rebu besuchen. Anfänglich auf einer Traumstraße durch Dschungel einen steilen Berghang hinunter, dann holpriger mit Schlaglöchern denen wie in einem run-and-jump-computergame ausgewichen werden musste, wandelte sich die Strecke an der Küste zu einer Art alter Römerstraße mit Asphaltresten. Ich hatte ziemlich Sorge, dass mein fahrbarer Untersatz, quasi ohne Federung, diesen Härtetest nicht übersteht, den Geräuschen der Plastikverkleidung nach zu urteilen. Eigentlich nur 66 km entfernt, benötigten wir über 3 Stunden Fahrzeit. Stellenweise rüttelten wir nur in Schrittgeschwindigkeit dahin. Der Plan, noch zwei Stunden zum abgelegenen Dorf zu wandern, zerplatze entsprechend.

Dafür schaffen wir es abends in Ruteng noch zu einem wunderhübschen Aussichtspunkt mit Blick auf die so genannten Spinnennetz-Reisfelder. Die Erbteilung machte man in den hiesigen Bauernfamilien mit der gefächerten Hand.