(42.65028°, 77.09957°) (42.82473°, 77.50315°)
Ich bin die Tage gesundheitlich etwas angeschlagen. Schnupfen und Halsentzündung – und weil wir doch jeden Tag unterwegs sind, wird es natürlich auch nicht besser. Unsere billige Bleibe taugt eigentlich nur zum Übernachten (anderntags lege ich dennoch einen Pausentag ein und schicke Schorsch alleine los)…
Heute ziehen wir durch die beiden Lehmburgen. In der Ersten wird Essen feilgeboten. In riesigen Kesseln dampfen Plov und undefinierbare Eintöpfe. In der Zweiten geht es ums Handwerk: Filzteppiche (shyrdags – hier mit dem Meister selbst: Altynbek Sharshenaliev), Hüte, Kleidung, Taschen, sonstiger Kram und Wolfspfoten. Dazwischen Gesangs- und Akrobatikvorführungen. Die Musik, Melodien und Gesänge sind wirklich sehr hübsch, wirken für unsere Ohren wie aus einem Fantasyfilm. Klar, woher die Macher von „der Herr der Ringe“ ihre Anregungen holten. Einzig die sanitäre Situation ist prekär und vor den wenigen Toiletten geht zu, fast wie beim Busumstieg.
Obwohl auch unglaublich viele Touristen unterwegs sind, vorallem die Kirgisen haben richtig Spaß und Freude hier. Je Landesregion gibt es einen eigenen Jurtenkreis, in dem mit Tanz, Gesang und spezifischer Tracht gefeiert wird. Und jeder ist dazu eingeladen. Die Meisten ebenfalls in traditionellem Gwand oder mit Billigkostümen, die dem Anschein nach so ausschauen sollen (kennt man ja vom Aldi-Dirndl). Ein riesiges Volksfest – von der Dimension quasi ein Oktoberfest. Über einen Kilometer ziehen sich hunderte von Jurten über die traumhafte Landschaft des Tals, die Berggipfel vormittags frisch eingezuckert.
Schorsch:
Nochmal hoch zum Kyrchyn-Tal mit dem Sammeltaxi. Wieder ist es chaotisch in das Gefährt zu kommen. Viel zu wenig Busse und doch viele. Wahrscheinich wurden alle Transportmöglichkeiten von Kirgisistan zusammengerafft. Vermutlich gibt’s wenig Großveranstaltungen in diesem Land, wo so zahlreich Menschen hin und her gekarrt werden müssen. Wo sollen denn die ganzen Taxis auch plötzlich herkomme?.
Zahlreiche Jurten von allen möglichen Völkern. Es ist eher eine Folkloreveranstaltung. Mit vielen unterschiedliche Trachten, Essensständen, Gesängen und Tänzen. Bisschen wie ein Mittelalterfest bei uns. Die Toilettenanzahl ist allerdings nicht ganz so gut organisiert. Wo ich mich doch gestern unterkühlt hab.




























