Um 9 Uhr werden wir von unserem Chauffeur abgeholt. Zuerst geht es zur gigantischen Dschinggis Khaan Reiterstatue, 50 km von der Stadt entfernt. Zum 800 jährigem Gedenken, ließ sie ein Reiseunternehmen vor Corona erbauen. 40 Meter hoch aus Metall. Durchs Innere kann man über den Pferdehals folgend auf die Skulptur steigen. Natürlich ein Tourismusmagnet.
Weitere 50 km, 20 davon Offroad ins Gelände, besuchen wir eine Art Freilichtmuseum, das verschiedene Jurtencamps aus dem 13. Jahrhundert nachstellt. In unendlicher Weite gelegen. In der Ferne nur einzelne Jurten und Herden. Frei grasende Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde in der grün ausgebreiteten hügeligen Landschaft.
Nach der Prachtjurte des Oberhaupts geht es zum Camp der Nomadenkultur. Eine Mongolin begrüßt uns und zeigt ihr Zelt, lässt vom Selbstgebrannten probieren (eine Art dünner Vodka) und gibt uns Stücke getrockneten Käse mit Buttersahne zum Kosten – durchaus delikat. Ihr junger ungestümer Hund freut sich ungemein über unseren Besuch und ist kaum abzuwimmeln. Klar, nicht viel los sonst hier. In einiger Entferung radelt ein Hirte mit dem Mountainbike, um seine Herde zu treiben.
Natürlich ist das Nomadenleben spartanisch, aber mit der Erfahrung, wie wenig man tatsächlich nur braucht, ist es sicher ein freies Lebensgefühl. Minimalistisches Essen und Kochen inbegriffen, nur die essenziellen Dinge teilen den Tag. Bei uns wäre das ein Aussteigerleben, hier ist es Alltag.
Unser Nomadenleben ist dagegen ein Rausch an Eindrücken, Vielfalt und Erlebnissen. Die Scheckkarte der Eintritt in Bequemlichkeit, Kultur- und Zeitreise – unsere Wunschfee. Nur schwierig herauszufinden, was man sich wünschen könnte/sollte. Unser letztes Ausfugsziel ist eine Felsformation, die einer Schildkröte gleicht. Der turtle rock tauchte vielfach als Sightseeingpunkt auf. Das ganze Tal – ein Nationalpark – ist voller Ferien- und Kindercamps. Vom Kamelreiten bis zur Wasserrutsche gibt es hier alles. Die Parkplätzr sind voller Reisebusse. Im Nachgang hätten wir uns das auch sparen können.
Schorschi:
Grand day out. Wir buchen eine Ausflug zur riesigen Dschingis Kahn Statue und einen Abstecher in die Steppe wo einige Jurten Dörfer und so Sachen für Touris aufgebaut wurden. So in die Richtung wie bei und die „Glentleiten“. Bei der Statue sind zwar einige Touristen, aber im Vergleich zu chinesischen Attraktionen ist’s Menschenleer. Abseits der Straße in der Steppe, war sonst nur noch ein Wagen unterwegs. Immerhin geht’s recht holprig auf Gravel für 20 km in die weite Landschaft. Der Fahrer spricht kein Englisch. Ich zeig ihm eine Übersetzung, daß er in einem schönen Land lebt, und er freut sich und strahlt. Es ist zwar keine Verständigung möglich, aber ich merke, dass er uns wohlgesonnen ist und der Ausflug ihm auch Spaß macht. Die Jurtencamps waren im 13. Jahrhundertlook aufgebaut. Schon ganz nett. Und sogar Käse, Jogurt und Schnaps gab’s. Aber toll war die hügelige Landschaft. In der Ferne stehende Gewitterwolken und ab und zu tatsächliche Live-Jurten mit Ziegen, Pferden und Schafen. Und Nomaden die ihre Herden zu Pferd, auf dem Moped oder Mountainbike zusammenhielten und hüteten. Angeblich hat’s hier auch Wölfe. Kann schon sein.
Hier könnt ich mir ein paar Tage auf dem Radl schon eher vorstellen. Das ist aber jetzt 1200km weiter Südlich. Da wo’s wieder heiß is.




















































