(8.58558°, 118.07043°)
Ja, das Ganze ist ein Tourismusmagnet. Um vier Uhr Nachts finden sich an die 20 Leute mit ihren zugeteilten Guides zusammen. Unser Typ mit Rastafrisur ist spät dran und befördert uns per Motorroller einzeln und hintereinander zum Hafen.
Eineinhalb Stunden schippert uns das Boot zu einer der Plattformen, an denen die Walhaie im Morgengrauen anzutreffen sind. In der Nacht werden dort Fische mit Lampen in die Fischernetze gelockt und auch die vielen Kleinlebewesen finden sich ein. Nachdem die Netze mit den Fischen eingeholt sind, verbleibt der gesammelte Kleinkram, der Krill, im Wasser. Dieser zieht die Walhaie an und damit sie etwas länger bleiben, gibt es aus dem Eimer noch gezielten Nachschlag.
Das ist der Haken an der Geschichte, aber ich wüsste nicht, wie man diese Tiere im freien Ozean ohne großen technischen und wissenschaftlichen Aufwand antreffen könnte.
Ein Exemplar läßt sich bei unserer Ankunft bereits das Futterangebot gefallen, im Tausch mit dem Rudel an Schnorchlern um ihn herum, das gleich ins Wasser springt.
Der Riese hat nur etwa menschengroße Augen, bei einer geschätzten Länge von 10-12 Metern. Eine gigantische Dimension, dabei so sanft, so friedlich, so wunderschön, grandios! Das Gewimmle um ihn herum nimmt er mit gänzlicher Gelassenheit und es scheint, dass er sich fast umsichtig bewegt um niemanden mit seiner Schwanzflosse umzuwirbeln. Meist hängt er senkrecht im Wasser mit geöffnetem Maul, um eine Handvoll zugeworfenes Seafood durch sein Inneres zu filtern. Aus den Seitenlappen spült das Wasser als trübe Wolke wieder nach außen. Am Bauch kleben auch drei Putzerfische. Hin und wieder dreht er eine kurze Runde hinter den beiden Booten hindurch – wie eine Choreografie zur besseren Unterhaltung oder um die Schnorchler neu zu ordnen – um kurze Zeit später wieder seinen Futterplatz einzunehmen. Ist wie bei uns mit Google und KI: man gibt der Bequemlichkeit den Vorzug und ignoriert das Drumherum. So ist der deal. Es scheint ihn jedenfalls nicht zu stören.
Und der deal mit den Guides – Erinnerungsfotos. Wer selbst nicht schwimmt, kann sich in einer durchsichtigen Wanne überm Walhai per Drohne filmen lassen. Ein Pärchen aus HongKong fotografiert mit Profikamera und Wassernixenausstattung. Ein Franzose taucht mit Flaschen, ein Familienvater will seinen Kindern den Walhai im Wasser zeigen, aber die Kleineren bekommen Angst und zittern und schluchzen, als sie wieder aufs Boot gesetzt werden. Jedenfalls ist Zeit bis zum Abwinken und jeder kann so lange er möchte mit dem friedlichen Walhai tanzen.
























