Nach dem Frühstück ist erst mal die Aufgabe zu erledigen, ein neues Aquarell-Skizzenbuch zu finden. Idealerweise von Hahnemühle im A5 Querformat. Per Taxi gehts zur Kunstakademie und ich schwöre, wahrscheinlich gibt es in ganz China nur 5 Stück davon; ich bekomme tatsächlich eines, zwar in der Leporelloausführung, aber das macht gar nichts.
Xian macht unglaublich Spaß. Nicht nur innerhalb der alten Stadtmauern wurlert es an buntem Leben, Verkaufsständen und Geschäften. Aber in den alten Straßen und Gassen, vorallem im moslemischen Viertel, folgt Garküche an Garküche, die Waren der Läden quellen auf Tischen nach draussen, dazwischen Saftquetscher, Souvenirhändler, Tee- und Gewürzläden und unendlich anderer Kram. Überall Schilder, Beschriftungen, Essensbilder, Wimpel, nachgebaute alte Architekturelemente und Verzierungen, rostrote Markisen und Kabelknäuel. Man kommt schier mit dem Schauen nicht mehr hinterher. Und obwohl schon eng und Hupen tröten, herrscht eine heitere Stimmung. Lächelnde Gesichter, keine Hektik – eher ein großer gemeinsamer Flow.
Wir verirren uns auf der Suche nach der großen alten Moschee Xians. Zum Einen, weil jede KartenApp zu einem anderen Zielpunkt führt, zum Anderen weil es keine Hinweisschilder gibt. Sehr verborgen gelegen, kehrt hinter den Tempelmauern Ruhe ein. Es ist der erste islamische Tempel Chinas und die Vermischung chinesischer Architektur mit der islamischen Kultur ist dessen einzigartige Besonderheit. Und auch heute kommen etliche Muslime zum Sonntagsgebet in die Haupthalle.
Später nutzen wir die seltene Chance auf europäisches Essen. Tatsächlich findet sich ein recht gutes italienisches Restaurant, wenngleich zu europäischen Preisen. Die Taliatelle mit Steinpilzen sind es auf jeden Fall wert.
Und dann geraten wir an den Platz mit dem alten Trommelhaus. Und hier geht wirklich die Post ab. Inzwischen fast Dunkel, strahlen Leuchtreklame, Lampions und Lichterketten um die Wette. Und hier posieren all die jungen Mädels und Frauen in Han-Kostümen vor dem plakativsten Motiv der Stadt. Ziiiemlich abgedreht.
Zitat Schorsch: ich fühle mich, als wäre ich in einen Comic gefallen.












































