Morgens gehen wir immer in ein Hotel, um die Ecke von unserem Guesthouse, frühstücken. Weil wir im Anschluss zur Terracottaarmee wollen, fragen wir nach der nächsten Metrostation. Mitarbeiter diskutieren auf chinesisch sofort eine bessere Lösung für uns. Es geht mit ÜbersetzungsApp wild hin und her und am Ende landen wir in einer Art Ubertaxi (hier Didi) mit 50% Preisnachlass, cash bei der Chefin bezahlt, die es nicht nur für uns bestellt, sondern wirklich erst beruhigt ist, nachdem wir uns auf der Rücksitzbank platziert haben. Zudem erhalten wir auch noch einen Rabatt fürs Buffet. Einfach hinreißend nett!
Am Eingang der Ausgrabungsstätte fängt uns gleich ein offizieller Guide ab. Eigentlich gibt es für heute keine Tickets mehr, bereits online ausgebucht, aber Ausländer zahlen mehr und sind deshalb priveligiert. Und leider gibt es zwischen Schorsch und mir das Missverständnis, dass jeder vom anderen glaubt, er würde gern den Guide buchen. Nicht nur teuer, sondern megamäßig anstrengend, da der Herr wie ein Wasserfall Englisch in verschmolzenen Wörtern in sein Micro plappert, das via Kopfhörer in unsere Ohren rauscht. Dazu die Nebengeräusche von gefühlt 200 Chinesen im 5 Meter Radius von uns.
Ich war ja schon mal vor 38 Jahren hier. Damals waren es 200 Chinesen im ganzen quadratkilometergroßen Besucherareal. Der Guide erklärt, es ist für jede chinesische Familie quasi Ehre und Pflicht, den eigenen Kindern dieses Weltkulturerbe zu zeigen. Dementsprechend eng ist es und eine Herausforderung die tönernen Figuren überhaupt ins Blickfeld zu bekommen. Diese Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers bezeugt auf eindrückliche Weise, welch zivile und militärische Organisation der Gesellschaft schon vor über 2000 Jahren zugrunde lag. Laut Wikipedia gibt es mit Bayern eine besondere Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung, weshalb sich viel dazu nachlesen lässt.
Jede einzelne Figur ist ein Meisterwerk. Fein und in den Gesichtszügen realistisch, als Gesamtfigur aber eine musterhafte Ikone. Und das steht hier 8-tausendfach! Es sollen 700.000 Arbeiter und Sklaven nötig gewesen sein, um sie zu erstellen. Welch wahnsinniges Projekt.
Zu den Hallen fuhten ab dem Eingang kleine Shuttles, da man sonst 20 Minuten zu Fuß hätte gehen müssen. Der Rückweg verläuft anders und wird – natürlich – von Essensangeboten gesäumt. Dazwischen Souvenirshops und riesige Kulissen. Großes Theater, wohin man blickt: Terracottaarmee 2025!
Mit Bus und Metro geht’s die 35 km zurück ins Stadtzentrum. Dann nur noch Füße hochlegen und Cracker futtern, that‘s

































