Schorsch:

Schön früh los. Um 7:15 sitzen wir schon beim Frühstück. Einen Teil unseres Gepäcks, nämlich 28 kg (!) lassen wir mit dem Kurierdienst zum Hotel am Endpunkt, in drei Tagen, schicken. Die Packtaschen sind dennoch irgendwie voll und schwer. Nur mein Frontrucksack ist nicht mit dabei. Treffpunkt um 9:00 mit Marcus, deshalb geht’s für uns schon um 8:00 los, denn 10 km sind’s dorthin, mitten durch Xi’an. Läuft aber gut und wir sind zu früh. Wasser wird aufgefüllt, wichtig! Hat schon um die 30 Grad. Hoffentlich wird’s außerhalb der Stadt kühler. Wird’s nicht! Geht auch noch leicht bergauf. Zunächst versuch‘ ich noch mitzuhalten. Petra, die Sportskanone hält mit. Marcus der Radlprofi, tritt im Touri-schländergang für uns. Für mich, bei der Hitze, nun tatsächlich zu viel. Bin kurz vor dem Kollabieren. Viel Wasser muss die Kehle runter und viel Wasser in den Helm, so dass es dann etwas kühlend den Kopf, den Nacken und Rücken runterrimmt. Lange hält’s nicht, doch aber bringt’s Verbesserung. Ich bin eine Bremse! Gab’s da nicht früher mal so was wie Hitzefrei? Kann aber kein bisschen mehr schneller. Zum Anstieg kommt dann noch teilweise Großlastverkehr hinzu. Kann garnicht genug klagen und auf die Umgebung achten. Zum 

Mittagessen der nächste Schock! Hab meine Gabel beim Frühstücken vergessen! Aber Großhunger hab ich garnicht. Das Bisschen bring ich mit dem Notlöffel von Petra in mich rein. Mit Stäbchen geht nix, bin viel zu zittrig. Die weitere Strecke erinnert mich an den Brennerpass-Radweg. Eigentlich ganz hübsch, führt aber stets der Autobahn entlang. Mit der Höhe nimmt die Temperatur ein wenig ab und ich fühl mich wenigstens nicht mehr Kollapsnahe. Die letzten 10 km regnet’s sogar noch. Und so sind sie, die Rennradfahrer. Schon am Zielort angekommen, dacht ich, geht’s nochmal 150 Höhenmeter hoch zur ausgesuchten Unterkunft. Ich falle schlapp in den Sessel, Marcus fährt nochmal runter ins Dorf, kühle Limonade holen. 

Die Hitze bremst mich. Müssen untertags um die 37 Grad im Schatten gewesen sein. Mich aber, hat ständig die Sonne angebrannt.

Nur mal zum Vergleich:

Es waren 95 getretene km, 1100 Höhenmeter in 10 Stunden (einschließlich Pausen). Dabei wurden 5300 Kilokalorien verbraten, sagt meine Uhr, die auch Puls misst. So viel war‘s noch nie.

Sonst verbrauch ich bei ziemlich ähnlichen Aktionen 3500 Kilokalorien. Bei Markus warens 2200. Meine Uhr teilt mir auch mit, dass ich erheblich überlastet war. Aha! 

In der Bergdorfpension ist erstmal Duschen wichtig. Seife gibt‘s nicht. Und ich habe meine Seife schon vor Tagen zur Gewichtsreduzierung weggeworfen. Die letzten 100 Tage war immer eine im Hotel. Und endlich, dürfen wir zum zweiten Mal unsere Mosquito-Netz-Zelte im Bett aufbauen. Das Abendessen ist ein Allerlei, das aus vielen Schüsselchen auf meinen Teller wandern kann, oder auch nicht, wenn’s für mich ungenießbar erscheint. Lecker war’s und Petras Notlöffel hilfreich um nicht zu verhungern. Mit den Stäbchen klappt es noch nicht so gut. 

Recht nett hier. Zum Abendessen und Frühstück sitzt man mit anderen Gästen, oder Verwandtschaft?, draußen. Früh geht’s schon in meinen Mosquito Savety Bereich und der Schlaf ist erholsam.