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Schorsch.
Nun geht’s nach Laos. Weite, sehr weite Wege an den Bahnhöfen. Einmal Umsteigen und dann noch zusätzlich das ganze Gepäck und die Fahrräder in ihren Taschen aus dem Zug, Grenzkontrollen und alles wieder in den Zug.
Ankunft in Luang Prabang. Zum Glück bietet uns das Guesthaus an, uns abholen zu lassen. Weiter Weg und viel Verkehr. Und Szenenwechel! Gleichzeitig kommt der Gegenzug aus Vientiane an. Hunderte westliche Touristen fluten den Bahnhof. Im langen Stau geht’s zum Guesthouse. Und ja! Guesthouse diesmal! Und kein Luxushotel wie in China immer. Auch gut und gemütlich. Und ganz toll! Luang Prabang ist Weltkulturerbe-Stadt. Viele Thailandbesucher wagen den Abstecher. Viele Menschen, die hier flanieren, haben einen ähnlichen Geschmackssinn wie ich. Entsprechend ist die Essensauswahl für mich wieder ideal. Brauche gar keinen McDonalds mehr um schadlos durch den Tag zu kommen. Und natürlich super! Laos war mal von den Franzosen besetzt. Die Jungs sind schon lange weg. Haben aber das Baguette dagelassen. Wiederlecker! Jetzt ist erstmal Ende mit Megastädten, enormen Hochhaussiedlungen und wahnsinnigen Scooterfahrern. Alles große Veränderungen. Südostasien ist jetzt ganz anders. Ein neuer Abschnitt beginnt. Freu mich wiedermal auf Veränderung. Und extrasuper! Es ist warm. Die Daunenjacke wird fest weggepackt und die kurze Fahrradhose muss wieder täglich gewaschen werden.
Eigentlich wollten wir gleich nach Vientiane durchrauschen, war aber irgendwie online nicht buchbar. Nur nach Luang Prabang war’s möglich. Am Ticketschalter wird klar: Zug is voll. Wir kommen nicht weiter. Aber macht nix und auch super gut so. Susanne und Bäda kommen zufällig übermorgen auch hierher. Die gute Gelegenheit nutzen wir für nen Ratsch. Freu mich schon. Gleich noch zwei Nächte verlängern. Die Beiden tingeln durch Laos, später noch Vietnam und Cambodia. Immer auf der Suche nach super Kletterfelsen. Die Sportskanonen! In unserem Alter noch steil die Wände hoch mit 5 bis 6 Schwierigkeitsgrad. Wow! Da mag ich neidisch sein.
Nach Vientiane radeln war schon mal. Vor etwa 15 Jahren. 350 km und 4200 Höhenmeter. Teilweise ohne Übernachtungsmöglichkeit. Damals im Fahrrad-Konvoi mir 3 Weiteren. Sollte helfen ohne Schusswunde durchzukommen. Zwei Schweizer Radler wurden damals, kurz zuvor, durchlöchert. Nicht ganz unschuldig. Haben Fotos von einem bewaffneten Überfall eines Buses geknipst.
Ich mag’s nicht mehr treten. Obwohl oft super Szenerien die Landschaft prägten und in mir Erinnerungspunkte hinterließen.
Petra:
Der komplette Szenenwechsel! In Laos, knapp drei Zugstunden südlich der Grenze, ist die Welt eine andere. Schon am Bahnhof verlassen zeitgleich mit uns Touristenscharen einen aus Vientiane ankommenden Zug. Die letzte 9 Monate haben wir zusammengenommen nicht so viele „Westler“ gesehen, wie hier am Bahnhof und in der Stadt. Minivan an Minivan quält sich eine durchgehende Kolonne vom Bahnhof aus über eine zerfahrene Staubstraße. Dicke entgegenkommende LKWs sorgen für immer neu aufgewirbelte Wolken. Wir sind nur glücklich, dass wir das vom Hotel angebotene Shuttle-Tuktuk geordert haben. Die 18 Kilometer wären mit dem Rad und in der Nacht die Hölle gewesen.(ich füge zur illustration ein späteres Bild tagsüber ein)
Am nächsten Tag zeigt sich die alte Königsstadt als Schmuckkästchen. Der Buddhismus prägt diesen Ort. Viele große Tempelanlagen, reich mit Goldfarbe dekoriert, wechseln sich mit den herausgeputzten Kolonialbauten der Franzosen ab. Cafes, Restaurants, Läden mit Handwerkskunst und Guesthouses, Massagesalons oder Treckingtouranbieter – daraus besteht fast die ganze Altstadt. Am Mekong wimmelt es an Ausflugsbooten und vor unserem Zimmer joggen die Sportlichen vorbei. Wir fühlen uns nicht mehr auf Reise, sondern wie im Urlaub. Nette Plätze zum Sitzen und Schauen, Genüßlichkeiten in Bäckereien, und einladende Gastronomie in vollkommen ungewohnter Fülle. Die größte Gruppe der Urlauber sind Rentner. Denkbar, dass einige den Winter hier verbringen. Sie sind meist noch deutlich älter als wir es sind, oder es sind die ganz Jungen in den Zwanzigern.












































