(7.79213°, 110.38965°) (7.56203°, 110.82414°)
Schorsch:
Wir waren gestern Figuren im Telespiel. Mit diesen Bildern im Kopf geht’s dann mit den Radeln los. Aber! Garnicht so schlimm wie gedacht. Hier ist’s anders wie in China. Dort guckt jeder schnell weg und tut so, als sieht er nix und ich muss darauf achten, dass nix passiert. Hier gilt wieder das gewohnte Augenkontakt-Prinzip. Ich seh’ dich und pass auf und du siehst mich und passt auch auf. Hier geht’s zwar immer um nur wenige Zentimeter gut aus, aber dann doch. Und ohnehin: sind wir erstmal aus der 4 Millionen Metropole raus, und das auch oft auf Kleinwegelchen, geht‘s sehr, sehr hübsch klein, klein bis ganz klein entlang von Reisfeldern und so. Und auch sehr, sehr gut! Kaum Plastikmüll säumt den Straßenrand. Auch schon in der Stadt nicht. Hoffentlich bleibt’s so. Oft schwingt jemand Schaufel und Besen und macht’s ansehnlich.
Getreten wird, bis dann der Dame zu heiß und schwummrig wird. Kühlflüssigkeit und Schoko muss her. Und sitzt man da an einer Tanke und füllt auf, kann auch der Blick in die Ferne schweifen. Da sieht man dann den herannahenden allnachmittäglichen Gewitterschauer heranziehen. 50 km Haben wir heute schon. 25 wären noch zu fahren. Aber nicht für uns. GRAP Taxi macht’s möglich und bringt uns im Fond nach Surakarta (Solo) zum 4-Sternehotel mit Monsterburger zum Abendmahl.
Da muss ich doch gleich wieder an die hartgesottenen Abenteurer denken, die wir so ab und an trafen. Abendlich bei jedem Wetter im Zelt kauern und auf Nudelstücken, oder so, aus dem eigenen Kochtopf rumknabbern. Jeden Kilometer radelnd zurücklegen. Bewundernswert, das schon. Aber nicht meins. Das fühl ich ganz intensiv gerade in mir. Im sehr gemütlichen klimatisierten Hotelzimmer und nach Taxitransport durch Chaosverkehr bei tropischem Regenguss. Nach Dusche und Monsterburger im Superhotel. Vor gemütlichem breitem Bett. Vor vielversprechendem Frühstück. Eine gute Nacht, werde ich haben.
Petra:
Für uns ist es schwierig herauszufinden, in welchen Regionen Radausflüge Sinn machen. Es gibt eine Googlekarte von Tizian „Zweiradler“, der letztes Jahr zusammen mit Freundin von Europa nach Ostindonesien geradelt ist. Darin sind schöne Streckenabschnitte grün markiert. Der Grund, weshalb wir von Yogyakarta nach Solo radeln. Klitzekleine Wege aus der Stadt und danach durch traumhaft schöne Landschaft eine kleine Bergkette entlang. „Im Glück Baden“ – so fühlt sich das an, während ich zwischen den Feldern, durch kleine Dörfer und entlang Kanälen radle. Vor drohendem Wolkenbruch und früh hereinbrechender Nacht ordern wir von einer Tankstelle mit Supermarkt ein Grabtaxi. Die Räder in Taschen verpackt passt alles super in die dicke Karre. Man kann einen großen Fahrzeugtyp bei der Bestellung angeben. Superpraktisch.





































