Der heutige Tag wird kein Zuckerschlecken. Wir müssen einen 920 Meter hohen Pass überwinden und was wir anfänglich noch nicht wissen: die Hälfte der Strecke findet auf einer Riesenbaustelle statt.

Zurück zum Tagesstart. Es geht wie durch eine Spielzeugeisenbahnlandschaft aus der Jahrhundertwende. Enge Täler, Fluss, Hügel, alte Brücken und Bauwerke, sogar eine historische Dampflok als Denkmal. 1921 wurde die Bahnstrecke fertig gestellt. Für uns geht es quasi immer zwei Schritt vorwärts und einen zurück, denn es geht in einem beständigen auf und ab dahin. Landschaftlich schön auf nigelnagerneuer Straße durch das bewaldete Tal und mit null Verkehr.

Bei der Hälfte der Strecke wird klar warum: 25 km lang eine grobe Baustelle. Die alte Straße wird ausgebaut. Das Ganze sieht aus wie eine OP am offenen Herzen. Erdbewegungen im großen Stil, wo eigentlich auch ein Naturschutzpark ist. Fette Baugeräte, Bagger, Brückenbauten, LKWs die Schotter und Kies bringen – das volle Programm. Die Bautrupps sind alle oaar Kilometer an verschiedenen Punkten zugange. Sieht si aus, als würde das Projekt straff durchgezogen.

Für uns heißt das, viel Staub schlucken, phasenweise ohrenbetäubenden Lärm aushalten und dann wieder gänzlich alleine auf dieser holprigen Offroadpiste bergauf zu hangeln. Tja, so isses halt manchmal.

Nach 1050 Hm und 70 km Strecke, gönnen wir uns ein wunderbares Cottage. Dieses vermietet ein Georgier, der in Heidelberg 3 Jahre in einer Managementausbildung war. Obwohl uns fast die Augen zufallen ist es schön mehr über Land und Leute zu erfahren. Er träumt auf jeden Fall von Europa.